SV Werder Bremen Fan-Club Leistungsträger

Hier findet Ihr die aktuelle Spieltagsanalyse. Natürlich etwas durch die grün-weiße Brille geblickt...

Geschrieben von Oliver Bruns.


Werder - Bayern (23.04.2012)

Hallo Werder-Freunde,

erstaunlich ist in diesen Tagen, dass sich die Unruhe rund um Werder, die Kritik an den Verantwortlichen ausgerechnet nach diesem Heimspiel entzündet. Klar, der Auslöser war die Kolumne von Jörg Wontorra vor dem Bayern-Spiel. Aber es wird der Leistung der Spieler, die sich gegen Bayern gestemmt haben, nicht gerecht. So schlecht war das gar nicht. Das war ein Blick in die Zukunft. Und: es war keine schonungslose Niederlage, wie zum Beispiel gegen Mainz oder in Stuttgart. Die Jungs haben das doch über weite Strecken ganz gut gemacht. Und es schien doch so, als sei die Bayern-B-Elf ein ganz guter Aufbaugegner für die Jungs. Trotz allem ein großer Name. Wenn wir gewonnen hätten, dann wäre das für alle Zeiten in die Annalen eingegangen. Und: dieses Mal war deutlich mehr Pech als Unvermögen im Spiel. Ja, ich war mit der Leistung im Lichte der Gesamtsituation bei Werder betrachtet, zufrieden. Zum Beispiel A.Stephanovic. Der hat für meine Begriffe in der Viererkette ein ganz ordentliches Spiel gemacht. Das er vor dem 1:1 und dem 1:2 von Ribery ausgetanzt wurde, ist schon ganz anderen passiert. Christian Schulz lässt grüßen. Leider wurde diese Mannschaft nicht wenigstens mit einem Punkt belohnt. Bei Ansicht der vielen jungen Spieler stellt sich nur eine Frage: ist Werder auf dem richtigen Weg und verliert lediglich das Umfeld die Geduld? Oder ist es so, wie Wontorra es beschreibt, nämlich das Werder sehenden Auges in den Niedergang reitet? Kann dieses Team nach einer gemeinsamen Vorbereitung und um die Erfahrungen dieses Jahres reicher, wieder angreifen? Kann es stabilisiert und fortentwickelt zu neuen Höhen aufsteigen? Immerhin, sagen wir, um Platz 8 bis 4 mitspielen? Klar hängt vieles davon ab, ob Pizarro bleibt und ob ein bleibender Pizarro verletzungsfrei bleibt. Oder aber es hängt davon ab, was Werder mit den freiwerdenden Gehaltsmillionen anstellt. Wir hatten ja an anderer Stelle schon diskutiert, dass es auffällig war in der Vergangenheit, das Stürmer mit guten Bundesligaqualitäten wie Olic oder Helmes gar nicht mehr mit Werder in Verbindung gebracht werden. Könnte ein Weggang Pizarros auch Freiräume schaffen? Auch das wäre nicht das erste Mal. Und damit wären wir beim entscheidenden Thema. Am Samstagabend hat sich der erneute Meistertrainer Jürgen Klopp beim Präsidenten und Sportdirektor von Borussia Dortmund für seinen Kader bedankt. Es wäre einfach schön, so was mal wieder von Thomas Schaaf zu hören. Will sagen: die Frage ist nicht so sehr, ob Pizarro bleibt, die Frage ist, was wird aus: Trinks, Thy, Affolter, den Stevanovic-Brüdern, Junuzovic, Trybull, Hartherz, Kroos und all den anderen. Gelingt es Thomas Schaaf und seinem Team diese Jungs weiter zu entwickeln, dann ist vielleicht in einem Jahr alles wieder in Butter. Gelingt es ihm nicht, wird die Kritik sicher um einiges lauter werden. Dass die 2.Mannschaft, in der die Jungs ja die meiste Zeit spielen, gerade aus der dritten Liga abgestiegen ist, macht nicht zwingend mehr Mut. Das Dumme an der Lage ist ja nur: es gibt eben nicht den einen Kunstgriff. Stanislawaski ist in Hoffenheim, wo sie dem Vernehmen nach mehr Möglichkeiten haben als Werder, soeben gescheitert. Der passte zu St.Pauli wie Schaaf zu Werder. Aber würde er auch zu Werder passen? Würde, theoretisch gedacht, ein Olic bei Werder 15 Tore und 8 Assists abliefern? Oder würde er nur mitlaufen? Es muss am Ende jemanden geben, der den Kopf für solch eine Entscheidung hinhält. Und wir alle auf der Tribüne oder am Schreibtisch haben gut reden. Es gibt keinen Ersatz für den Sieg. So einfach ist das. Und wenn man, wie Werder, seit sieben Spielen nicht gewonnen hat, dann geht das Gerede los. Uns bleibt nichts anderes übrig, als immer wieder hinzugehen und zu schauen, wie weit wir sind auf dem Weg. Der neue Deutsche Meister macht auch in dieser Hinsicht viel Mut. Die waren 2008 am 34.Spieltag 13. mit 40 Punkten. Es gibt, so oder so, etwas, was uns alle anderen erst einmal nachmachen müssen. Nämlich ein Stadion zu bauen, dass man mit der Fähre erreichen kann. Das haben wir am Samstag genüsslich ausgekostet und egal wie die Spiele ausgehen: das kann uns keiner nehmen.
Lebenslang grün-weiß
Wir sind die Guten
Sie tragen unser Trikot!

Euer Olli

Stuttgart - Werder (14.04.2012)

Hallo Werder-Freunde,

endlich ist es vorbei. Vorbei mit der Träumerei auf eine noch erträglich abgeschlossene Saison. Vorbei mit den Träumen auf einen europäischen Wettbewerb. Vorbei mit den Träumen, dass dieses Team mit immer noch 13 auslaufenden Verträgen nicht auseinanderbrechen würde zur kommenden Saison. Der Kader ist nicht in der Lage, die Ausfälle zu kompensieren. Thomas Schaaf selber hat den Offenbarungseid ausgesprochen, als er bei sky nach dem Spiel sagen musste: „Wir hatten gar nicht mal das Problem, wenn wir den Ball nicht hatten, sondern wenn wir im Ballbesitz waren.“ Eine Fußballmannschaft also, die mit dem Mittelpunkt der Spielidee, dem Spielgerät, also dem Ball, nichts anzufangen weiß. Zum dritten Mal hintereinander bringt Rosenberg uns 1:0 in Führung und zum dritten Mal hintereinander stehen wir ohne Sieg da. Dazu kommt die Ungeschicklichkeit bei einem ohnehin schon aussichtslosen Spielstand noch zwei gelbe Karten zu kassieren, die dazu führen, dass Sokratis und Fritz gegen Bayern München auch noch ausfallen. (Beide übrigens mit offener Zukunft) Dabei hatte ich genau das Gegenteil geträumt. Nämlich das eine halbwegs stabile Werder-Mannschaft einen richtig guten Tag erwischt gegen championsleaguehalbfinalbenebelte Bayern und wir vielleicht eine kleine Überraschung schaffen können. Aber, wie oben erwähnt: vorbei mit der Träumerei. Es war einfach brutal mit ansehen zu müssen, wie das Team keine Sicherheit gewinnt, obwohl es zunächst sehr gut defensiv gestanden hat und dann sogar durch einen blitzsauberen Konter in Führung ging. Die Stuttgarter wiederum zeigten genau das Gegenteil. Sie ließen sich gar nicht beeindrucken, spielten einfach ihren Stil weiter runter, weil sie so selbstbewusst waren, dass sie wussten, dass sie Chancen bekommen und die Tore machen würden. Bei Werder wusste das niemand. Es gibt ja für die meisten Spieler auch keine Konsequenzen. Tim Wiese beispielsweise, dem ich gar nichts unterstellen möchte, hat es in einem Interview bei Sportbild ja gesagt. Sein neuer Verein sei finanziell potent und biete ihm die Möglichkeit dauerhaft weiter Champions-League zu spielen. Geht man mit dieser Gewissheit tatsächlich todesmutig in den letzten Zweikampf um dem alten Verein sein Saisonziel erreichen zu helfen? Was ist mit den Spielern, die nicht so genau wissen, wie es weitergeht? Bei Rosenberg scheint es zu einer Leistungssteigerung zu führen, dass er noch keinen neuen Vertrag hat. (Was die bittersten Befürchtungen über seine Leistungen auslöst, sobald er einen neuen unterschrieben hat.) Ist es den Spielern zuzutrauen, dass sie die Gedanken um die eigene Zukunft ausblenden? Wie viele Berater haben in den stillen Ecken der Bremer Cafes ihren Schützlingen vielleicht zugeflüstert, sie mögen sich ja nicht verletzen. Der nächste Verein ist so gut wie sicher an der Angel. Wir wissen es nicht. Vielleicht alles Hirngespinste. Vielleicht ist es aber auch die Krux dieser Zeit, dass die Spieler die Suppe eben nicht auslöffeln müssen, die sie sich selber eingebrockt haben. Nächsten Samstag sind wir auf alle Fälle gut beraten, das Heimspiel zwischen Werders B-Jugend und Bayern München mit einer gehörigen Portion Humor zu nehmen. Ungefähr so, als wenn der TV Oberneuland im DFB-Pokal in der ersten Runde, sagen wir, Borussia Dortmund zugelost bekommt. Mehr als ein Achtungserfolg ist da erst einmal nicht drin und für lange Zeit eine außerordentliche Aufmerksamkeit der Fußballöffentlichkeit, die sich aber leider nicht von der eigenen Stärke ableitet, sondern von der des Gegners. Es ist also durchaus angeraten schon vor dem Spiel gegen die Bayern das eine oder andere Getränk zu sich zu nehmen. Das betäubt ja auch ein bisschen. Immerhin geht es um nichts mehr. Von daher kann die Mannschaft frei aufspielen. Eine gute Partie gegen Bayern bringt Aufmerksamkeit und befördert die anstehenden Vertragsgespräche. Egal bei welchem Verein. Ganz ehrlich: mir ist es jetzt auch egal. Die Saison ist gelaufen. Feierabend.
Euch (trotz allem) eine schöne Woche
(Trotz allem) lebenslang grün-weiß
Sie tragen unser Trikot nicht wir das ihre!

Euer Olli

Werder - Gladbach (13.04.2012)

Hallo Werder-Freunde,

was für ein Unterschied. Vergleicht man das 2:2 gegen Mönchengladbach mit den Vorstellungen der letzten Wochen, zum Beispiel in Köln oder gegen Augsburg, so war unser Team über weite Strecken gar nicht wieder zu erkennen. Plötzlich war da so was wie Leidenschaft. Da wurden die existenziellen Dinge, wie die Bereitschaft zum Zweikampf, sichtbar. Insofern war es besonders tragisch, dass aus diesem Spiel nur ein Punkt hervorging. Vielleicht doch noch die Wende zum Guten? Wir werden es schon heute Abend wissen, wenn die Jungs in Stuttgart spielen. Insgesamt wird man als Fan ja erfinderischer und überlegt sich, wie man der Situation gerecht wird. Ich habe mich dabei erwischt, dass ich wie ein junges Fräulein vor dem Rendezvous vor meinem Kleiderschrank stand und mir überlegt habe, welches Trikot ich anziehe. Und das lustige ist: ich war nicht der Einzige. Ein Freund aus Block 1 erblickte ich vor dem Spiel gänzlich ohne grün-weißes am Leib. Begründung: „Ich musste ja mal was ändern.“ Die nächste Geschichte rankt sich um zwei Frauen, die nicht jeden Spieltag ins Stadion gehen. In ihrer Begeisterung für das Große und Ganze hatten sie erst in der Halbzeitpause realisiert, dass Boenisch die rote Karte erhalten hatte. Sie hatten sich so darüber gefreut, dass es keinen Elfmeter sondern nur Freistoß gab, dass ihnen dieses Detail schlicht durchgegangen ist. Blankes Entsetzen bei einer dritten Frau (Ostkurve, Stehplatz), die das überhaupt nicht verstehen konnte, wie es passieren kann, ein solches Detail zu übersehen. (Weil ich gut erzogen bin verschweige ich die Namen aller Beteiligten.) Gleichzeitig aber auch strahlendes Lächeln bei der Letztgenannten, weil Markus Rosenberg schon wieder das 1:0 geschossen hatte, wie schon eine Woche zuvor in Köln. Der Rosenberg hat einen kleinen Platz in ihrem Herzen und ein großes Poster in ihrer Wohnung und manchmal eben auch umgekehrt. Es ist auch die Geschichte eines Kollegen, der als ausgewiesener Fan von Borussia Mönchengladbach bei uns in der Ostkurve im Werdertrikot das Spiel anschauen musste (oder durfte?), weil er eine Wette verloren hatte. Ausführlich wurde das zelebriert und mit dem einen oder anderem Kaltgetränk manifestiert. Es ist auch die Geschichte eines anderen Freundes, der in der Zeitung ein Diego-Interview gelesen hat mit der Überschrift: „Nächste Saison will ich da spielen, wo man mich liebt“ und daraufhin messerscharf schloss, dass Klaus Allofs den Burschen an der Angel hat. Lieber Thomas, auch hier noch mal für alle zum mitlesen: wenn Diego nächste Saison wieder bei Werder spielt, dann darfst Du bei einem Spiel Deiner Wahl auf meinem Deckel im Weserstadion trinken. Versprochen. Es ist also was los. Das ganze täuscht dann ein wenig darüber hinweg, dass es nach so einem Spiel, in dem man mit dem einen Punkt gegen den Tabellenvierten mit einem Mann weniger für fast eine Stunde, sehr gut leben kann, noch mal besonders weh tut, wenn man an die Spiele gegen Kaiserslautern, Leverkusen, Köln, Augsburg und so weiter denkt. Aber was soll´s. Wir reißen uns jetzt zusammen und gewinnen in Stuttgart und dann, ja und dann, machen wir nächsten Samstag den BVB zum deutschen Meister. Achtet auf meine Worte. Die Bayern werden im Real-Fieber nach Bremen anreisen. Und wir haben einen guten Tag. Pizarro macht die Bude. Der hat nach dem Gladbachspiel eh noch was gut zu machen. Und im Übrigen hat der HSV 0:4 verloren und hat nur das große Glück, dass Hertha, Augsburg und Köln auch alle verloren haben. Aber auch in der Frage ist die berühmte Messe noch nicht gelesen. Letzte Anekdote: mein allererstes Bundesligaspiel in voller Länger war am 1.5.1976 auch gegen Borussia Mönchengladbach. Das Spiel endete, na? Richtig. 2:2. Wir wurden am Ende übrigens Elfter. Seufz.
Wir sind die Guten.
Lebenslang grün-weiß
Sie tragen unser Trikot, nicht wir das Ihre!
Euer Olli


Werder - Mainz (03.04.2012)

Hallo Werder-Freunde,
nun sind drei Tage vergangen seit dem blamablen Auftritt unserer Mannschaft gegen Mainz 05. Ich hatte gehofft, dass sich ein Gefühl wieder verflüchtigen würde, aber leider ist es immer noch da: wir stecken in einer Zeitenwende. Und zwar mittendrin. Schon im alten Testament ist von den sieben fetten und sieben dürren Jahren die Rede. Die Zahl sieben steht dabei als Synonym für die Unendlichkeit. Seit dem Wiederaufstieg hat sich Werder oben festgesetzt. Wir haben unendlich viele Spiele im Europapokal und der Champions-League erleben dürfen. Das die Bundesliga einen weiteren Startplatz in der Königsklasse erhalten hat ist auch auf die Leistungen unserer Mannschaft zurückzuführen. Die sieben fetten Jahre dauerten also fast zwanzig Jahre an, mit Unterbrechungen zugegebenermaßen. Aber nun scheint der Faden gerissen. Wer das letzte Jahr als Ausrutscher abtun wollte und immer noch in der Traumwelt lebte, Werder sei eine Spitzenmannschaft im Übergang, der wird nun eines Besseren belehrt. Diese Mannschaft hat in der ganzen Rückrunde mit Ausnahme des Spiels in Hamburg (Gott sei Dank wenigstens da!) kaum überzeugende Leistungen gebracht oder aber die dürftigen Errungenschaften durch Unachtsamkeiten wieder, teilweise leichtfertig, verspielt. Thomas Schaaf hat es nicht oder nur unzureichend vollbracht, Spieler weiter zu entwickeln. Und damit meine ich nicht die ganz jungen, wie Trybull, Hartherz & Co. Das wäre ungerecht. Ich meine Bargfrede, Marin, Fritz, etc. Er hat es seit Jahren nicht vollbracht, der Abwehr eine Stabilität zu verleihen, dass man an schlechten Tagen auch mal das berühmte „dreckige 1:0“ über die Zeit retten kann. In den guten Tagen war das egal und das 5:4 gegen Hoffenheim findet sich inzwischen in der „Best of Werder“-DVD-Kollektion Teil 2. Das früher so viel gerühmte Näschen von Klaus Allofs ist inzwischen reichlich verstopft. Sokratis ist ein super Neuzugang. Aber dann? Es ist nicht gelungen einen Mittelfeldmann zu holen, der auch nur annähernd die Lücke schließen kann, die Özil, Diego und all die anderen hinterlassen haben. Marin? Ekici? Carlos Alberto? Wesley? und nun Junuzovic? Keiner vermochte es bisher, den entscheidenden Pass zu spielen, diesen einen Geniestreich, der das Werderspiel über Jahre ausgezeichnet hat und auf den Pizarro und Co. warten. Apropos: neben Pizarro gibt es seit Jahren keinen zweiten „1:0“-Stürmer. Wenn es mal läuft schießen die anderen schon mal das zweite oder dritte Tor. Aber sonst?

Und dann geben unsere Leute der Mannschaft ein Alibi nach dem Nächsten. Insbesondere das Gerede über die Schiedsrichterentscheidungen geht mir dabei auf die Nerven oder das über die Verletztenmisere. Ich habe noch Interviews im Ohr, in denen Thomas Schaaf und Klaus Allofs die Spieler, die auf dem Platz stehen, stark geredet hatten. Heute wird solange über das Fehlen von Pizarro geredet, dass bei seinem Wiederauftauchen auf dem Spielfeld alle offenbar denken, es ginge plötzlich von alleine. Was ist das für eine Situation, wenn der Geschäftsführer Sport der Mannschaft am 28.Spieltag grundlegende Tugenden absprechen muss? Das alles (und vielleicht noch viel mehr) lässt mich zu der Überzeugung gelangen, dass wir vor einem echten Umbruch stehen. 14 offene Vertragsvorgänge kommen noch erschwerend hinzu. Vielleicht will sich der eine oder andere ja auch jetzt nicht verletzen. Er weiß ja nicht, wie es weitergeht im Sommer.
Möglicherweise ist es eine gute Idee, sich auf etwas dürrere Jahre einzustellen.
Trotz allem: lebenslang grün-weiß.
Sie tragen unser Trikot und nicht wir das ihre.

Euer Olli

Werder - Augsburg (25.03.2012)

Hallo Werder-Freunde,
angesichts der inzwischen fortgeschrittenen Saison ist der Blick auf das Restprogramm durchaus geboten. Wir haben noch Bayern, Mönchengladbach und Schalke auf dem Zettel, unter anderem. Wer sich das vor Augen führt, der versteht, wie weh der doppelte Punktverlust gegen Augsburg tut. Die Konkurrenz hinter uns hat, außer Hannover, gepunktet und so langsam spüren wir den Atem aus Stuttgart und aus Wolfsburg. Die Bundesliga scheint langsam mit zu bekommen, dass wir deutlich schlechter sind, als es der Tabellenstand ausdrückt. Schon wieder hat dieses Team nämlich eine indiskutable erste Halbzeit abgeliefert. Vor einer Woche hatte man noch die Ausrede parat, dass Füllkrug, Trybull, Hartherz & Co. immerhin zum ersten Mal in ihrem Leben gegen die Dortmunder Wand anspielen mussten. Das mag beeindrucken und die Glieder etwas erschweren. Aber am Samstag war es ein Heimspiel. Dazu ein Publikum, dass sehr geduldig und stets aufmunternd mit dem wieder mal jüngsten Team Werders aller Zeiten umging. Ich frage mich allerdings, ob die Begründung der Unerfahrenheit tatsächlich gerechtfertigt ist. Mussten die Spieler in der A-Jugend oder der U23 keine Zweikämpfe gewinnen? Haben Sie dort nicht versucht, bei Ballbesitz umzuschalten und einen eigenen Spielzug einzuleiten? Es ging ja nun immerhin nicht gegen den FC Barcelona. Das war Augsburg, die sich seit Wochen tapfer gegen ihre vom ersten Spieltag an zugedachte Rolle als Absteiger Nr.1 wehren. Erst in der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft richtig Fußball gespielt. Da wurde endlich weiter vorne attackiert. Da wurde der Ball deutlich sicherer in den eigenen Reihen gehalten und die Jungs hatten eine erheblich verbesserte Laufbereitschaft. Diese Einstellung von Beginn an und es wäre gar nicht zu der tragischen Situation in der 92.Minute gekommen. Ist das zuviel verlangt? Es erwartet doch niemand, dass dieses Team um die Meisterschaft mitspielt. Aber wann wird doch wohl noch mal einen Zweikampf gewinnen dürfen? Und natürlich war die Schiedsrichterentscheidung, das Foul an Junozovic nicht zu ahnden, dafür aber das von Ignjovski gegen Jentsch, fragwürdig. Aber warum hat Thomas Schaaf nicht in der 90.Minute den dritten Wechsel vollzogen und damit den Spielfluß unterbrochen? Stattdessen steht Klaus Allofs auf dem Rasen und gibt dem Stadionfernsehen ein Interview in dem er sich lautstark über den Schiedsrichter beschwert. Das war in der Situation im höchsten Maße emotional anschlussfähig, aber unsportlich und lenkt von den oben skizzierten, wahren Gründen für das Unendschieden ab. Als vor ein paar Wochen Hannover 96 auch gegen Augsburg beim Stande von 2:1 in der letzten Minute einen unberechtigten Elfmeter hinnehmen musste, kam vom Trainer Mirko Slomka dazu kein Wort, sondern lediglich der Hinweis, man habe ja 90 Minuten zuvor Zeit genug gehabt, die Dinge zu regeln und das eben unterlassen. Das war echte Größe eines Sportsmannes. Die würde Klaus Allofs auch sehr gut zu Gesicht stehen.
Euch eine schöne Woche.
Lebenslang grün-weiß.

Euer Olli


Werder - 96 (13.03.2012) 

Hallo Werder-Freunde,
dadurch, dass ich mich erst heute morgen um meinen Werder-Kommentar für das Spiel gegen Hannover 96 beschäftige, bekommt der naturgemäß eine ganz andere Farbe. Eigentlich hätte man sich ein bisschen lustig machen können. Nämlich über die vergebenen Großchancen der Hannoveraner, die eigentlich 3:0 hätten führen müssen. Dann hätte es wahrscheinlich eine Sequenz gegeben über unsere Abwehr und die Frage, wie die Weser-Kurier-Noten zustande kommen. Dort erhalten beide Innenverteidiger eine 1,5, sowie die beiden Außenverteidiger eine 3,5. Dabei sahen Prödl und Sokratis bei den drei genannten Großchancen alles andere als gut aus. Nun, danach hätte ich wahrscheinlich etwas über Fußballgesetze geschrieben. Zum Beispiel jenes, dass die Mannschaft, die erstklassige Chancen auslässt, selber ein Tor kassiert. Und so kam es dann ja auch. Das 1:0 fiel ja eher aus heiterem Himmel, denn als Ergebnis einer Bremer Überlegenheit. Die erste Halbzeit gehörte klar den Hannoveranern. Dann hätte ich bestimmt noch was über uns Fans geschrieben, die schon zu Hause überlegen, was sie zum Spiel beitragen können und sich für einen anderen Schal oder ein anderes Trikot entscheiden als beim letzten Mal. Denn da ging es ja schief.

Heute aber müssen wir über Pizarro reden. Es droht eine Sperre von bis zu sechs Spielen für seine unentschuldbare Entgleisung, nämlich die Ohrfeige gegen Pogatetz, dem übrigens zunächst einmal höchste Achtung zu zollen ist. Wäre er süditalienischer Abstammung, er wäre bestimmt, wie vom Blitz getroffen zu Boden gegangen und hätte sich mit beiden Händen vor dem Gesicht hin- und hergewunden. Pogatetz aber blieb stehen und so kam Pizarro während des Spieles davon. Wobei unklar ist, ob der Schiedsrichter, der vor der Ausführung des Freistoßes zum 2:0, beide Streithähne zu sich bestellte um sie zu ermahnen, die Situation nun mit bewertet hat oder nicht. Wenn ja, hat Pizarro, und damit die ganze Mannschaft, Glück gehabt. Wenn nein, wird er, folgerichtig und leider zu Recht, gesperrt werden. Auf Tätlichkeit stehen bis zu sechs Spiele. Das wäre vermutlich das Aus für unsere Europapokalträume. Damit hat, bei aller Sympathie, Claudio Pizarro uns allen einen echten Bärendienst erwiesen. Schade, schade. Eine Nichtteilnahme am Europapokal würde wohl auch das Ende des Pizarro-Engagements in Bremen bedeuten. Harte Zeiten. Dabei war es so schön, mal wieder zu gewinnen.
Euch allen eine schöne Woche
Lebenslang grün-weiß
Euer Olli

Hertha - Werder (05.03.2012)

Hallo Werder-Freunde,
als ich begann mich für Fußball und speziell für unseren SV Werder zu begeistern, schrieben wir den Mai 1976. Da war Werder so was wie die „graue Maus“. Werder spielte eigentlich immer gegen den Abstieg in den 70er-Jahren und Platz 11 war eine richtig gute Platzierung. Mega-Investitionen, wie die Millionen-Elf, brachten nicht den gewünschten Erfolg. Wenn die Elf mal den einen oder anderen Achtungserfolg gegen einen Großen erzielte oder den HSV schlug, war man schon zufrieden. Irgendwie fühlte ich mich am Samstag auf der Tribüne des wie immer wunderschönen und sehr eindrucksvollen Olympiastadions in Berlin an diese Tage erinnert. Werder spielte grau. Die großen Investitionen (Carols Alberto, Wesley) schlugen fehl. Werder war bemüht. Keine Frage. Aber fast alles, was sie anpackten, war ungenau, unvollständig, wurde nicht in Ruhe zu Ende gebracht. Bei allem Respekt vor der Hertha und Otto Rehhagel, aber diese drei Punkte waren mit die schlimmsten, die wir in dieser Saison liegen gelassen haben. Es war schon teilweise erschreckend mit anzusehen, wie einfachste Dinge nicht gelingen wollten. Sie wussten offenbar nicht so recht, wo der Nebenmann ist, was der vorhat und wohin er läuft. Bei den Berlinern fehlte Peter Niemeyer wegen der fünften gelben Karte. Der hat vor ein paar Jahren noch bei Werder gespielt. Er ging, weil in Werders Mittelfeld Diego und Özil wirbelten und er an den beiden nicht vorbeikam. Was war das für ein Luxus. Damals. Heute ist die Situation eine andere: Marin kann die 10 nicht. Wenn überhaupt kann er das 1:1 und das wollte ja am Samstag auch nicht so recht gelingen. Ekici bringt auch keine Impulse, wenn er dann von der Bank kommt. Junozovic nicht. Und das führt dann dazu, dass Pizarro sich immer wieder ins Mittelfeld zurückfallen lassen muss um sich die Bälle zu holen, die ihm sonst keiner geben will. Ich fürchte, er wird nicht verlängern, bzw. er wird im Sommer seine Option ziehen und gehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er dazu weiterhin Lust hat. Es sei denn, es gelingt Werder, das Mittelfeld vernünftig zu besetzen und/oder noch einen zweiten richtig guten Stürmer zu holen. Und das ist derzeit nicht in Sicht. Es wird Zeit, die Ansprüche weit nach unten zu korrigieren. Oder wir müssen wieder lernen mit Enttäuschung zu lernen. Aber mit dieser Mannschaft werden wir keine Höhenflüge erleben. Es sei denn, sie macht einen wie auch immer gearteten Leistungssprung, von dem zu träumen, wir natürlich nie aufhören. Immerhin haben wir unserem Ruf als sozialem Verein wieder mal alle Ehre gemacht und einem notleidendem Verein bereitwillig geholfen. Die Fans der Hertha waren dann auch höflich und haben auf dem Bahnsteig der S-Bahn-Station alles, was in Grün daherkam mit laufstarken „Danke schön“-Sprechchören bedacht. Berlin ist schön und gewiß eine Reise wert. Wenn Otto diese Steilvorlage jetzt aufnimmt, dann haben wir nächste Saison wenigstens wieder ein Auswärtsspiel in der Hauptstadt.
Am Mittwoch, beim Länderspiel, waren zwei Spieler zu Gast, die uns Fans die Tränen der Rührung in die Augen trieben: Johan Micoud und Ailton verfolgten das Spiel aus der Loge der Nordtribüne. Die beiden in der Form von damals und wir würden die Steilvorlage dieses Wochenendes, dass von den großen Vier drei verloren haben, aufnehmen und Druck nach oben ausüben. So aber müssen wir uns am nächsten Wochenende im Nachbarschaftsduell mit 96 um Platz 6 balgen und zusehen, dass wir nicht nach hinten abrutschen. Apropos 96: Mirko Slomka bekommt definitiv einen Ehrenpreis. Seine Mannschaft hatte gerade sehr ärgerlich durch einen merkwürdigen Elfmeter in der letzten Minute den Sieg gegen Augsburg aus den Händen gegeben. Im Interview der Sportschau aber hörte man kein Wort über den Schiedsrichter, sondern stattdessen die Bemerkung, dass Augsburg sich den Punkt verdient habe und 96 sich an die eigene Nase fassen müsse. Ein solches Verhalten finde ich vorbildlich und mehr als lobenswert.
Euch allen eine schöne Woche
Lebenslang grün-weiß
Euer Olli

HSV - Werder (20.02.2012)

Hallo Werder-Freunde,
an dieser Stelle habe ich schon oft geklagt, dass Werder taktisch nur ein System spielen könne. Und zwar egal, wie die Konstellation des anstehenden Spieles ist. Die für mich beste Erkenntnis des grandiosen Sieges in Hamburg ist: Werder kann auch Defensiv. Wir können nicht nur 5:4 gegen Hoffenheim (die Mutter aller Werder-Offensiv super/Defensiv schwach-Spiele) sondern wir können dem Gegner auch ruhig mal über 60% Ballbesitz gönnen, weil er nämlich eh nichts mit anfangen kann, um dann gezielte Nadelstiche setzen. Die Hamburger Fans dürften sich fühlen wie wir so manches Mal. Man hat an der Elbe allen Grund an der schwachen Defensivleistung zu verzweifeln und fragt sich: was machen die da eigentlich in der Abwehr. Das sah schon abenteuerlich aus, wie da rumgestolpert wurde. Am Wochenende wurde diese „Leistung“ wohl nur noch von Wolfsburg übertroffen, die die Schalker höflich zum Toreschießen einluden ohne dabei weiter stören zu wollen. Werder hatte mit nahezu jedem Konter die Hamburger in Verlegenheit gebracht. Und die waren andererseits nicht in der Lage ihre Reihe von guten Chancen zu nutzen. Tim Wiese und die eigene Unzulänglichkeit standen im Wege. Schön zu sehen, dass es Marco Marin auch noch in stark gibt. Schön zu sehen, dass Trybull offenbar eine Verstärkung sein kann, dass Sokratis und Affolter sich langsam finden. Angesichts der Tatsache, dass hinter uns schon wieder gepunktet wurde, kann der Sieg gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. So wird dieses schöne Werder-Wochenende nur noch von einer Meldung überstrahlt: Otto Rehhagel ist wieder da. Pünktlich vor dem Auswärtsspiel unserer Mannschaft in 14 Tagen in Berlin. Und irgendwie war es ganz schön und so vertraut die ganzen Sprüche wieder zu hören. Er hat einem gefehlt. Preetz hat einen ausgesprochen cleveren Schachzug gemacht. Er lenkt die ganze Aufmerksamkeit auf Otto und kann nun in Ruhe an der langfristigen Lösung arbeiten. Wir wünschen Otto natürlich alle Gute. Außer in 14 Tagen. Da brauchen wir die 3 Punkte. Aber es wird für Hertha auch reichen ohne einen Sieg gegen uns.
Euch eine schöne Woche
Lebenslang grün-weiß
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Euer Olli


Werder - Hoffenheim (13.02.2012)

Hallo Werder-Freunde,
es war von der ersten Minute ein bisschen anders als sonst. Wegen des Bremer Samba-Karnevals kamen die Straßenbahnen zum Weserstadion am Bahnhof gar nicht oder nur sehr verspätet an. Also nimmt man die 25, fährt die Bismarckstrasse entlang bis zur Friedrich-Karl-Str. und geht den Rest zu Fuß. Kurzer Wortwechsel an der Haltestelle Hauptbahnhof: „Ey, fährt der auch zum Stadion“ „Ja, musst aber ein bisschen laufen.“ „Wie lange?“ „10 Minuten.“ „Och nee, dann warte ich lieber.“ So kam es, dass ich mit meiner Cousine sogar einen Sitzplatz im Bus bekam. Bequemlichkeit allerorten sozusagen. Das kann man unserer Mannschaft nicht vorwerfen. Der Reporter der ARD-Sportschau wird später sagen: Werder engagiert aber limitiert. Das trifft es ziemlich genau. Das 0:1, das genau vor meinen Augen als 5 millionstes Gegentor in dieser Saison nach einer Ecke fiel, konnten wir nicht fassen. Der erste von vielen Böcken, die der neue Innenverteidiger Affolter schießen sollte, der insgesamt einen rabenschwarzen Tag erwischte. (Ob er dabei gut aussieht, klären wir noch…) Werder mühte sich, aber es wollte nichts gelingen, was irgendwie nach Dominanz oder nachhaltiger Gefahr für Hoffenheim aussah. Die größte Chance vergab mal wieder Rosenberg, der nach seiner Pfostenschuss-Serie dieses Mal offenbar quer legen wollte, statt selber abzuschließen, dass aber so schlecht tat, dass der Kullerball noch nicht mal in die Nähe des mitgelaufenen Champions-League-Siegers Arnautovic kam. Von den Experten rund um mich herum wurde Rosenberg in der zweiten Halbzeit die Effektivität eines Sacks Kartoffeln bescheinigt. Der arme Schwede. Meine Cousine musste dann auch kleinlaut zugeben, dass es das Aussehen der Nummer 9 nun auch nicht mehr rausreißen konnte. Was sollten wir nun machen? Mein Vordermann in der Reihe 7 erzählte dann mal von seinem Hund. Der heißt Borowski. (Warum, das frage ich ihn ein anderes Mal.) Auf alle Fälle führte er aus, dass sein Hund deutlich hartnäckiger hinter jedem Ball her sei, als die Bremer Spieler. Nun, das war vielleicht ein bisschen übertrieben. Denn, wie oben erwähnt, am Einsatz hat es den meisten ja nicht gefehlt. Es geht eben nicht mehr zurzeit. Was kann die Tribüne jetzt noch machen? Na klar: ein Opfer bringen. Nämlich auf Toilette gehen. Ich bin ja Teil des Ganzen. Mein Engagement auf der Tribüne, meine Auswahl des Trikots, dass ich dieses Mal anziehe, nebst der Frage, welcher Schal es dann sein darf, macht mich zu einem wesentlichen Bestandteil des Spiels. Dazu gehört auch der strategische Gang zum Lokus. Und zwar mit Absicht nicht während der Pause, sondern etwas später, wenn das Spiel wieder läuft. Denn es gibt keinen Fußballstammtisch, an dem nicht mindestens einer eine Geschichte beisteuern kann, dass er ein entscheidendes Tor verpasst hat, weil er gerade pinkeln war. ( Bei mir zum Beispiel Werder-Chelsea 1:0 Mertesacker) Also: 50.Minute. Ich erwischte mich mit größtem Befremden bei dem Gefühl, dass ich es auf dem Klo in der Ostkurve ganz gemütlich fand. Es war so schön warm. Und während ich noch darüber nachdachte, ob dieses Empfinden der Anfang eines schleichend beginnenden sozialen Abstiegs sei, brandete tatsächlich hörbar die Stimmung auf, um aber sofort wieder abzuebben. Mist. Hat auch nichts genützt. Es schien tatsächlich nicht zu klappen an diesem Tag. Und während wir noch so spekulierten, ob Torwart Starke überhaupt sein Trikot zur Wäsche geben müsse, beendete unser selbsternanntes Ausnahmetalent Arnautovic eine Passfolge von Affolter über Rosenberg zum 1:1. Das Hoffenheim danach noch zwei riesengroße Chancen zur erneuten Führung hatte, beschreibt ziemlich genau das Arbeitsgebiet des neuen Trainers Marcus Babbel und gleichzeitig das Dauerarbeitsthema von Thomas Schaaf, der es einfach nicht schafft, eine stabile Abwehr zu kreieren. Bei jedem gegnerischen Angriff beschleicht einem immer dieses Gefühl, jetzt könnte etwas passieren und man fragt sich, wieso das zum Beispiel Lucien Favre und Mönchengladbach nicht passiert.
Es wird Zeit, dass sich etwas dreht. Werder kann von Glück sagen, dass die Teams hinter uns auch nicht richtig punkten und mit Platz 5 steht unsere Mannschaft definitiv besser da, als sie ist. Das kann ja von mir aus auch so bleiben, aber verlassen sollte man sich besser nicht darauf.
Eine schöne Woche
Lebenslang grün-weiß

Euer Olli 

Werder - Bayer (30.01.2012)

Hallo Werder-Freunde,
geht es Euch auch so: manchmal kommt man ins Schwärmen bei den Gedanken an alte, längst vergangene Zeiten. Da gab es so manches, an dem man sich festhalten konnte. Das so gesetzt war, wie eine gut gekreidete Seitenaußenlinie. Zum Beispiel musste man sich früher nicht alle Nase lang neue Namen merken. Marco Bode zum Beispiel kam als langhaariger Zivildienstleistender mit fußballerischem Talent im Sommer 1989 zu Werder, absolvierte fortan 379 Bundesligaspiele und schoss 101 Tor für uns, erhielt nur 10 gelbe Karten und keine rote oder gelb/rote und beendete seine Karriere 2002. Oder sein Kumpel Dieter Eilts. Der kam 1985 und hing ebenfalls 2002 nach 390 Bundesligaspielen ausschließlich in unserem Trikot seine Fußballstiefel an den Nagel. Heute kommt man gar nicht mehr so schnell mit. Andreas Wolf ging nach nur 6 Monaten. Und in der Mannschaft vom Samstag standen so viele neue Leute, dass die Stadionregie beim gemeinsamen Verlesen der Mannschaftsaufstellung für den neuen Linksverteidiger Hartherz noch nicht mal ein Bild zur Verfügung hatte, dass auf der Leinwand hätte eingeblendet werden können. Wollen wir nicht allzu sehr in der Vergangenheit schwelgen sondern uns der Gegenwart zuwenden, die vielleicht die Geburtsstunde einer tollen Zukunft ist. Kagawa, Großkreutz, Götze und all die anderen Dortmunder kannte vor zwei Jahren auch noch keiner. Füllkrug, Hartherz, Trybull, das sind vielleicht die Stützen einer neuen Top-Elf in grün und weiß. Alle habe ihre Sache gut gemacht am Samstag. Die spielentscheidenden Szenen haben die „Alten“ versemmelt. Wiese beim Rauslaufen vor dem 1:1 und Rosenberg beim Vergeben bester Torchancen. Auch unser neuer schweizerische Innenverteidiger Affolter hat seine Sache gut gemacht. Schade, dass der engagierte Auftritt von „Jugend forscht“ keine drei Punkte beschert hat. Klaus Allofs tut gut daran, wenn er heute via Bildzeitung verkündet, dass das Saisonziel Europa-League und nicht Champions-League heißt. Dazu sind zwei Punkte aus den ersten beiden Spielen der Rückrunde auch einfach zu wenig. Die großen Vier gewinnen so vor sich hin und der Abstand zu Platz vier ist inzwischen auf 8 Punkte angewachsen.

Es hat sich aber noch etwas geändert im Umgang mit dem Fußball. Nämlich die Einschätzung, worauf es bei einem Spieler ankommt. So geschehen in der Straßenbahn der Linie 3 auf dem Weg zum Weserstadion als schon ausführlich die Mannschaftsaufstellung diskutiert wurde. (Kommt via facebook immer so eine Stunde vor dem Anpfiff.) Eine junge Frau verteidigte die Aufstellung des neuen Affolter mit der Begründung: „Der siegt doch süß aus.“ Aber damit nicht genug. Als ich nach dem Spiel meine Cousine, ausgewiesener Rosenberg-Fan, zur Rede stellte, das er nur den Pfosten getroffen hat, statt das Tor zum 2:1 zu erzielen, bekam ich die Antwort: „Immerhin sah er gut dabei aus.“ O tempora – o mores. (Oh, was für Zeiten – oh, was für Sitten) Ist der Fußball noch derselbe wie früher? Ach, eigentlich egal. Hauptsache wir gewinnen am Sonntag in Freiburg. Von mir aus auch schön oder süß.
Lebenslang grün-weiß
Wir sind die Guten.
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Euer Olli

Lautern - Werder (22.01.2012)


Hallo Werder-Freunde,
im Grunde habe ich heute keine Lust eine Kolumne zu schreiben. Warum? Ich bin so unentschlossen in der Bewertung dessen, was sich da gestern in Kaiserslautern abgespielt hat. Es reicht nicht zu einem richtigen Verriss der Mannschaft. Dafür waren dann doch zu viele positive Ansätze zu sehen. Eine Lobeshymne ist aber auch nicht angebracht, denn dazu waren unübersehbare Schwächen zu beobachten und vor allem haben wir nicht gewonnen. Und ich hatte das Gefühl, dass es Allofs genau so erging. Der Bildausschnitt zeigte lediglich Klaus Allofs´ Gesicht beim Interview im Aktuellen Sportstudio. Und doch ahnte man, dass er in der Hosentasche die Hand zu einer Faust geballt hatte, als er auf die Journalistenfrage, ob das 0:0 in Kaiserslautern ein Erfolg sei, dieses Spiel beim Tabellensechzehnten in eine Linie mit den Auswärtspartien in Schalke oder Gladbach stellen musste und somit nicht anders konnte, als es als Aufwärtsbewegung zu würdigen. Klar hatte die Mannschaft in den genannten Partien ordentlich den Hintern versohlt bekommen und nun einen Punkt geholt. Aber Schalke und Gladbach spielen um den Titel und Kaiserslautern hat Mühe die Klasse zu halten. Selbst gegen diesen Sturm, den schwächsten der Liga, kommt unsere Defensive nicht umhin eine gehörige Portion Glück in Anspruch zu nehmen. Zwei Aluminiumtreffer und ein Abpraller vom Pfosten nach Wieses Weltklasse-Reflex, der den Weg in dessen Arme fand, statt einen Lauterer Stürmer vor die Füße zu hüpfen. Das kommt davon, wenn man die Saison mit einer Innenverteidigung Naldo/Mertesacker beginnt und am Ende der Partie am 18.Spieltag mit Sokratis/Silvestre dasteht. Aber an ihnen hat es nicht alleine gelegen. In der Aufbereitung dieses Abends bleibt allerdings festzuhalten, dass es auch diesem Sturm gelungen ist, sich gegen Werder ein klares Chancen-Plus zu erarbeiten. Ein stärkeres Team hätte uns sicher eine weitere Auswärtsniederlage beigefügt. Aber es gibt ja auch zu berichten, dass sich Ekici verbessert zeigte, dass mit Trybull ein 18-jähriger ein ordentliches Bundesligadebut gab und dass Pizarro endlich zu einer angemesserenen Frisur zurückgekehrt ist. Für das Spiel gegen Leverkusen gibt es also Hoffnung und das ist ja auch schon mal was. Bliebe am Ende noch, Sebastian Prödl gute Besserung zu wünschen. Wir dürfen gespannt sein, ob und wenn ja wen Klaus Allofs noch aus dem Hut zaubert, nach seiner Ankündigung am Samstagabend nun doch noch mal auf dem Transfermarkt aktiv werden zu wollen. Ich frage mich andererseits ja auch manchmal, ob nicht ein bisschen zu viel Bewegung im Kader ist. Gestern standen mit Sokratis, Schmitz, Ignjovski, Ekici und Trybull fünf Spieler in der Startformation, die letzte Saison noch gar nicht da waren. Ich bin ja immer noch so naiv, dass ich eine Mannschaft nicht als Zusammenkunft von Individualisten verstehe, sondern als vom Teamgedanken beseelt. Zumindest halte ich diesen für hilfreich. Ein Team findet ja zusammen unter anderem durch die Summe der gemeinsamen Erlebnisse. Das fällt natürlich schwer, wenn die Erlebnisse immer von anderen erlebt werden. Aber so ist das wohl in dieser Zeit. Bei der Gelegenheit: tschüß Andreas Wolf.
Euch allen eine schöne Woche
Lebenslang grün-weiß
Wir sind die Guten.
Euer Olli



Schalke - Werder (18.12.2011)


Hallo Werder-Freunde,
wir sind enttäuscht. Die wollüstige Vereinigung der hübschen Träume mit der zarten Braut der Realität ist ausgefallen wegen sportlicher Inkontinenz. Sie war schlicht unpässlich. Die Braut. Die Realität. Manchmal fällt Liebe eben schwer. Was soll man auch machen, wenn die Erfüllung der begierigsten Fantasien immer wieder ausfällt, wie bei der Angebeteten die fleischliche Vereinigung wegen Kopfschmerzen. Uns bereitet Kopfschmerzen, dass dieses Team sofort auseinanderfällt, wenn es einem Team aus den oberen Rängen der Tabelle begegnet. Wir hatten auf einen Dreier gegen einen Großen gehofft. Auf einen Lerneffekt, eine Steigerung. Nur in Leverkusen verloren wir unnötig 0:1. Mit Pech (Thy). Ansonsten gab es richtig Dresche, wie im Vorkriegs-Bremen, wenn ein Butjer aus der Deichstrasse ohne zu Fragen durch die Mozartstrasse ging. Es ist ja nicht die Niederlage an sich. Es ist die sich darin entfaltende Demütigung, die in einem 0:5 steckt, die uns in die Knochen fährt. Unsere Liebe erkaltet nie, aber einen fröstelnden Winterwind muss sie schon manchmal aushalten. Insbesondere dann, wenn man der Mannschaft dabei zusieht, wie sie zum x-ten Mal in einem Spiel denselben Fehler macht. Oder wenn sie auch nach einem 0:3 noch nach vorne spielt und schön die Räume freigibt, damit der Gegner seine Konter auch möglichst ungestört entfalten kann. Das hat dann was von Bescherung. Aber die Liebste sollte uns bescheren und nicht die Schalker. Das ist es, was so wehtut.

Und nun? Soll ich jetzt etwa Felix Magath zitieren, der letzte Woche nach der Niederlage in Bremen sinngemäß sagte, er sei froh jetzt kein Auswärtsspiel mehr zu haben. Da könnten wir dann ja sagen: nun, in der Rückrunde haben wir 9 Heimspiele und 8 Auswärtsspiele. Ist das die Lösung, einfach nur auf Heimspiele zu setzen?

Oder, um noch mal bei Felix Magath zu landen: sollen unsere Verantwortlichen jetzt auch mal Transfermarkt Harakiri spielen? 8 Spieler verkaufen und 9 holen? Fänden wir das wirklich gut, wenn Salihamidzic oder Hitzelsperger bei uns spielen würden?

In den Foren rund um Werder wird viel davon gesprochen, dass man vielleicht drüber nachdenken sollte, die Posten Trainer und Sportdirektor einfach mal neu zu besetzen. Vielleicht ist es doch an der Zeit. Andererseits: gäbe es 18 Jupp Heynckes´ dann würde genau einer Meister und zwei würden absteigen. Das ist ja das komische. Wollen wir einen Skibbe? Einen Rangnick (wenn wieder gesund)? Babbel? „Porno“ –Peter Neururer? Glauben wir das wirklich? Es bleibt allerdings dabei, dass sich in letzter Zeit Spieler nicht mehr so entwickelt haben wie zu Beginn der Ära Schaaf. Der große Kroos ist Stammspieler bei Jogi und der kleine Kroos bei uns Tabellenletzter in der 3.Liga. Da ist Handlungsbedarf und das ist auch unsere einzige Chance. Wir werden auch in Zukunft keinen VW-Konzern oder ähnliches haben. Wenn mal einer wirtschaftlich etwas hochfliegt in Bremen, fällt er auch tief, so scheint es. Siehe Beluga-Shipping. (Der größte Vorteil am Niedergang von Beluga ist und bleibt allerdings, dass der „Ecken-Jingle“ seitdem ersatzlos gestrichen wurde. Stattdessen gibt es jetzt ja das „Karacho-Tacho“ Das macht aber nicht soviel Krach.) Oder er befindet sich längst in Händen anderer, die sich für Bremen nicht interessieren wie im Falle von Becks und all den anderen. Also müssen wir es wieder schaffen, Spieler zu entwickeln. Ihre Stärke zu nutzen und dann gewinnbringend abzugeben.

Halten wir es übrigens mit Otto Rehhagel, der sagte, das der beste Fußball am Ende da gespielt wird, wo das meiste Geld ist, dann stehen wir gut da in der Tabelle. Wir sind nämlich in der Etattabelle 6. (Hinter Bayern, Schalke, Wolfsburg, Stuttgart und Dortmund) In der aktuellen Punktetabelle 5. Wir haben 10 Punkte mehr als letztes Jahr um diese Zeit. Wir haben 10 Punkte mehr als der HSV. Wir überwintern auf einem Europapokalplatz und haben Tuchfühlung zu den CL-Plätzen.

Klar: wir träumen von der naiven, umfassenden Erfüllung unserer Liebe und sind bereit uns dafür hinzugeben. Wir kaufen, wenn es sein muss, noch ein Trikot oder Schal und lernen noch einen Song für die Tribüne auswendig. Wir leiden unter den vielen SMS oder Mails oder den Sprüchen im Büro. Weil wir Werder sind. Wir sind ein Teil vom Ganzen, wir sind verschmolzen mit alledem was auf dem Platz geschieht. Und aus dieser festen und unerschütterlichen Überzeugung heraus rufen wir allen zu: Wir sind stolz auf Werder und unseren Fisch.
Ein wunderbares Weihnachtsfest
Lebenslang grün-weiß.
Wir sind die Guten.
Euer Olli


Werder - Wolfsburg (11.12.2011)


Hallo Werder-Freunde,
um 18:33Uhr fuhr von Gleis 6 des Bremer Hauptbahnhofes der Fußballsonderzug nach Wolfsburg. In die Bahnhofshalle strömten reichlich Fans des soeben von Werder geschlagenen Vfl und sangen: „Wir reisen weit/wir reisen viel/und wir verlieren jedes Spiel.“ Fast waberte in mir ein bisschen Mitleid hoch für die friedlichen und immer noch ganz gut gelaunten Fans der Wolfsburger. Hatte doch ihre Mannschaft am Nachmittag im Weserstadion eine ziemlich talentfreien Auftritt hingelegt und glücklich nur mit 1:4 verloren. Denn Werder erlaubte sich insbesondere durch Fritz, Trinks und Arnautovic noch das Vergeben dreier Großchancen. Beim Miterleben dieser Situationen tat mir vor allem der junge Florian Trinks leid. Ihm hätte ich das besonders gegönnt. Denn ein Tor in einem Heimspiel mit der nachfolgenden Signalhupe, dem Jubel von den Tribünen, der Ansage durch den Stadionsprecher: das kann einem 19-jährigem nur gut tun. Der Bursche hat trotzdem ein gutes Spiel gemacht und ihm ist der Lapsus ja noch viel eher zu verzeihen als die vergebene Großchance vom selbsternannten Ausnahmespieler Arnautovic oder, mit Abstrichen, Clemens Fritz. Aber was suche ich das Haar in der Suppe. Man spielt ja immer nur so gut, wie der Gegner es zulässt. Demzufolge haben wir einen schwachen Gegner in die Schranken verwiesen. Die Mannschaft hat die sich ergebenen Gelegenheiten gut genutzt. Die Vorahnungen, was den Spielverlauf angeht, waren durchaus andere. Als die Linie 10 auf dem Weg zum Weserstadion mal wieder stehen bleiben musste, weil ein paar intelleligenzfreie Mitreisende nicht in der Lage waren, die Lichtschranke einer Tür frei zu machen, damit selbige sich schließen konnte, was Voraussetzung für die Weiterfahrt ist, machte der Fahrer jener Straßenbahn eine entsprechende Durchsage, nämlich dergestalt, dass man auch bis nach Spielbeginn hier stehen bleiben könne. Die mich umgebenen potentiellen Stadionbesucher sahen in einem grundsätzlichem Zu-spät-kommen gar kein Problem. Man würde halt den obligatorischen frühen Rückstand verpassen und pünktlich zur Aufholjagd dabei sein. Es kam aber anders: Werder ging in Führung, gab diese nicht mehr ab und grüßt mit satten 29 Punkten, und damit 10 Punkten mehr als letztes Jahr um die gleiche Zeit, von einem Europa-League-Platz in Sichtweite der Champions-League. Die Qualifikation wäre aber sehr gefährdet würde aus den Gerüchten eine Wahrheit werden, dass Pizarro in der Winterpause nach Mailand wechselt. Zuzutrauen ist das einigen Verantwortlichen unseres Lieblingsvereins ja, die offenbar geneigt sind, alles und jeden zu verkaufen, der noch ein paar Euro bringt. Volkes Seele ist ja oftmals ein sensibler Seismograph, was solche Dinge angeht. An den Getränkeständen der Ostkurve waren gegen Ende des Spiels auf alle Fälle die Becher mit dem Konterfei Pizarros vergriffen. Hoffentlich kein schlechtes Omen. Pizarro führt derzeit (vor den Sonntagsspielen) die Scorerliste an. Er war an 19 unserer 30 Tore direkt beteiligt.

Zum Abschluss wünschen wir uns natürlich einen dritten Hinrundenauswärtssieg. Das wäre so ganz gegen den Trend. Immerhin haben wir eben erst zweimal in acht Versuchen auswärts gewonnen und zum Zweiten geht es gegen eine Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel. Klare Niederlage. Eigentlich…
Euch allen ein schönes Wochenende.
Lebenslang grün-weiß.
Wir sind die Guten.

Euer Olli


Bayern - Werder (06.12.2011)


Hallo Werder-Freunde,
na? Alles verdaut? Ich war mal vor ein paar Jahren zu Gast in der Allianz-Arena. Es war ein beruflicher Besuch beim Namensgeber, aber es gab im Rahmen der Tagung eine Stadionführung. Das war kurz nach dem 5:2-Sieg unserer Mannschaft. Ich habe also zur Stadionführung meinen Werderschal umgelegt und habe mit der Stadionführerin meinen Spaß getrieben. („Wo sitzt denn Thomas Schaaf immer?“ „Gegen wen gab es denn die höchste Heimniederlage?“ usw.) Ach ja, damals. Damals hatten wir noch ein Mittelfeld, das kombinationssicher agierte, von dem richtig überraschende Momente ausgingen. Mit Baumann einen ewig unterschätzten Sechser, der was abräumte, und so weiter und so fort. Nun, 2007 wurden wir auch nicht Meister, aber es sprang ein CL-Platz raus. Und wir hatten das Gefühl, dass dieses Team mit Diego und Özil im Mittelfeld eher etwas zu schlecht dastand in der Tabelle. Heute muss man das Gefühl haben, das unser Team eher etwas zu gut dasteht. Das Spiel in München hat es gezeigt. Das 0:1 nach einer eigenen, eckenähnlichen Freistoßsituation zeigte neben den beiden Foulspielen, die zu den Elfmetern führten, was in der Defensive los ist. Außer dem starken Naldo nämlich nur Durchschnitt. Höheren Aufgaben eben nicht gewachsen. Naldo darf es als einzigem verziehen werden, dass er kurz vor dem Auswärtsspiel bei den Bayern das Wort Meisterschaft in den Mund genommen hat. Von allen anderen wäre es ein Hohn gewesen. Und damit währen wir dann wieder beim „Geschäftsmodell“ SV Werder. Das lautet: junge, unerkannte Talente finden, weiterbilden, deren Kraft ein paar Jahre nutzen und dann für viel Geld verkaufen. Das Dumme ist nur: die Talente kommen nicht mehr nach Bremen. Von Nürnberg haben wir den dort aussortierten Andreas Wolf geholt. Das große Nachwuchstalent Wollscheid (oder so ähnlich) geht nach Leverkusen. Es wird Zeit, dass Thomas Schaaf, die vorhandenen Spieler weiterentwickelt und das Klaus Allofs mal wieder ein, zwei echte Treffer auf dem Transfermarkt landet. Denn es fehlt, will man höheren Ansprüchen gerecht werden, an allem: zuerst einem zweiten, überdurchschnittlichen Stürmer. In den guten Zeiten hatten wir Klose UND Klasnic oder Ailton und Klasnic. Dann kam von der Bank der junge Valdez, der als Joker mehr Tore geschossen hat, als heute Arnautovic und Rosenberg zusammen. Letzterer mit der Höchststrafe am Samstag. Trotz Tor als Einwechselspieler ausgewechselt. Im Mittelfeld fehlt es an kreativstarken Spielern. Marin kann es nicht, Ekici hat noch nicht gezeigt, warum Werder ihn geholt hat und das war es dann auch. Neben Bargfrede und Fritz könnte man sich auch noch einen guten „Sechser“ vorstellen und in der Abwehr brauchen wir mindestens einen neben Naldo, der auch mal 90 Minuten gut spielt, also mit geringer Fehlerquote. Solange wir diese Verstärkungen nicht haben, oder Thomas Schaaf es nicht schafft, die vorhandenen Spieler besser zu machen. (Immerhin kann er mit dem Kader so intensiv trainieren, wie seit Jahren nicht)

Was am meisten zu denken gibt ist allerdings das gesamte Auftreten. Das brutale Foul von Aaron Hunt ist unentschuldbar und mit der Sperre von 3 Spielen zu gering bestraft. Klaus Allofs Ausrede, dass die Elfmeter Heimelfmeter waren ist nachgerade lächerlich. Sein Personal ist undiszipliniert und kann es nicht besser. Sie haben keine anderen Mittel. So einfach ist das. Ein solches Auftreten schmerzt viel mehr als die reine Niederlage und das will ich von meinem SV Werder nie wieder sehen.
Euch eine schöne Woche
Lebenslang grün-weiß
Wir sind die Guten (Naja)
Euer Olli



Werder - Stuttgart (28.11.2011)


Hallo Werder-Freunde,
meinem Erleben mit dem SV Werder ist ein weiteres Kapitel hinzugefügt worden. Gestern war ich nämlich mal nicht im Stadion. Ich hatte Konzertkarten für die Stadthalle. Die „Night of the proms“ gastierte. Eine bunte Mischung aus ernster und unterhaltsamer Musik. Moderiert von Uwe Bahn. Bekennender HSV-Fan. Natürlich reisten wir etwas früher an, meine Kinder und ich. Wir nehmen in der Bahnhofshalle hinten zum Willy-Brandt-Platz raus noch einen Imbiss. Dort gibt es ja reichlich Gastronomie und jede Menge Fernseher. Und siehe da: wir sehen beide Tore. Juhuu. Nichts verpasst und irgendwie live dabei. Der Döner-Mann holt nach jedem Tor eine kleine Flüstertüte hervor und spielt einen Jubelsong ab. (Text: Oleoleole…) Die Bahnhofshalle tobt. Insbesondere nach dem Freistoßhammer von Naldo. Grinsende Gesichter wohin man schaut. Eine Atmosphäre wie damals. Jede Menge Menschen drängeln sich an die Schaufenster um einen Blick auf dem Bildschirm zu erhaschen. Werder zieht. Na bitte.

Um 18 Uhr beginnt das Konzert und Uwe Bahn begrüßt „Bremen, das soeben 2:0 gegen Stuttgart gewonnen hat.“ Der Extra-Applaus war ihm sicher. Pause ist gegen 19:15Uhr und auch Uwe Bahn ist kaum zu halten: „Mainz führt kurz vor Schluß mit 3:2 gegen Bayern.“ Der zweite Applaus zum Thema Fußball an einem sonst schon musikalisch sehr ambitionierten Abend. Das Spiel in Mainz ist aber noch nicht vorbei und Uwe Bahn bittet den Techniker trotz der Pause noch „Saft auf dem Mikro zu lassen.“ „Da ist schon Nachspielzeit in Mainz. Die Schiedsrichter lassen ja immer so lange spielen, bis Bayern noch den Ausgleich erzielt.“ Dritter Sonderapplaus. „Erlauben sie, dass ich kurz auf mein iphone schaue?“ Und tatsächlich holt der Moderator mitten auf der Bühne sein Telefon aus der Tasche, die Hallenbeleuchtung ist schon an, nur um dann zu verkünden, dass es tatsächlich beim 3:2 geblieben ist. Vierter Sonderapplaus.

Was das alles mit Werder zu tun hat? Nun, wir haben ein Auswärtsspiel vor der Nase. In München, beim FC Bayern. Es kommt ja schon ausgesprochen selten vor, dass Bayern zweimal hintereinander verliert. Aber dreimal? Sind sie jetzt verunsichert, so dass wir eine Schwächeperiode zu einem unerwarteten Punktgewinn nutzen können? Oder werden wir die gesamte aufgestaute Wut der Bayern abbekommen und eine umfassende Niederlage einstecken? Es wird spannend. Soviel steht mal fest.

Held des Tages: natürlich Naldo. Ein magischer Moment, dem ich besonders Paul gönne, einem kleinem Jungen aus Isernhagen, der auf meinem Platz gesessen hat und somit in Begleitung seines Papas live miterleben durfte, wie es sich anfühlt, wenn Naldo vor seiner Nase mit 987km/h einen Freistoß in die Torwartecke ballert. Und so das erste Tor seit Jahren erzielt.

Wieder kein Stürmertor, wenn Pizarro nicht dabei ist. Rosi und Arnautovic vergeben die großen Chancen der ersten Halbzeit. Wir haben eben keinen zweiten Knipser. Solange es so ausgeht wie gestern, kein Problem und ich will jetzt auch kein Haar in der Suppe suchen. In der Halle singen sie einen Ausschnitt aus Beethovens Neunter: Freude, schöner Götterfunken. Dem ist nichts hinzuzufügen. Ein Dreier gegen ein Team des oberen Tabellendrittels. Lasst uns das Alpenvorland stürmen. Wer weiß.
Euch allen eine schöne Woche.
Lebenslang grün-weiß
Wir sind die Guten

Euer Olli



Gladbach - SV Werder (Kommentar vom 20.11.2011)


Hallo Werder-Freunde,
da haben wir den Gladbachern ja mal eine richtig große Freude bereitet und die Statistenrolle beim Schützenfest übernommen. Mit einer Fassungslosigkeit habe ich dieses Spiel zur Kenntnis genommen, wie im letzten Jahr zum Beispiel unser 0:6 in Stuttgart. Damals hatten wir wenigstens noch einen Champions-League-Auftritt in der Woche zuvor. Der konnte aber schon damals nicht als Ausrede dienen, so schlecht war der Auftritt.

Unter der Woche spielte die deutsche Nationalmannschaft überragend gegen die Niederlande. Und das, obwohl es nur ein Freundschaftsspiel war. Worin lag der Unterschied zu unserem Auftritt? Nun, die Jungs in schwarz und weiß hatten schlicht die richtige Einstellung. Sie wollten, wie schon vor ein paar Wochen im Freundschaftsspiel gegen Brasilien, sich nicht gehen lassen, sondern sie wollten gewinnen. Das ist zuallererst eine geistige Haltung. Werder fehlen offenbar Typen, die das auch bedingungslos wollen. Es gilt die alte Losung: verlieren kann man. Auch bestimmt in Gladbach, bei derer derzeitigen Verfassung. Keine Frage. Aber sich gehen und hängen lassen. Das 1x1 des Fußballsspielens einfach nicht zu zeigen, das geht eben nicht.

Und noch etwas ist unter der Woche aufgefallen: bei der Nationalmannschaft gibt es keinen Bremer Block mehr. Bei der WM 2010 waren mit Marin, Özil, Mertesacker und Wiese immerhin noch vier Bremer dabei. Özil und Mertesacker wurden verkauft, Marin hat sich aus dem Kader gedribbelt und Wiese hat das Los der Nummer 2 hinter Manuel Neuer und selbst das ist nicht mehr sicher. Stellt sich die Frage, was ist eigentlich aus den Neuzugängen der letzten Jahre geworden? Mehmet Ekici hat bisher noch nicht gezeigt, dass er das große Talent ist. Markus Rosenberg kam angeblich gestärkt aus Spanien zurück, Marko Futacs und Tom Trybull sind beide nicht die Typen, die eine „Mario-Götze-Hoffnung“ auslösen. Lukas Schmitz hat gute Ansätze, Aleksandar Stevanovic ??, Andreas Wolf zeigt leider deutlich, warum Nürnberg mit ihm nicht verlängern wollte, Sokratis hat gute Ansätze, ebenso Aleksandar Ignjovski. Florian Hartherz ist ein Talent für die Zukunft, so wie Trinks und Thy. Marco Arnautovic bleibt den Beweis schuldig, tatsächlich überdurchschnittliche Fähigkeiten zu besitzen. Philipp Bargfrede? Marco Marin? Wesley? Marcleo Moreno? Boubacar Sanogo? Sandro Wagner? Die Liste ließe sich verlängern. Welcher Spieler hat sich in den letzten Jahren wirklich weiterentwickelt, kam als Talent und ging als Spieler mit internationalen Ambitionen und Fähigkeiten? Außer Özil und Diego? 2006/2007 haben wir das letzte Mal ernsthaft um den Titel mitgespielt. Seitdem gibt es einen leisen aber stetigen Rückzug aus der Spitzengruppe der Liga. Mit dem Tiefpunkt in der vergangenen Saison. Man kann heilfroh sein, dass wir mit der Mannschaft dieses Jahr keine internationalen Verpflichtungen haben. Ein Debakel würde drohen.

Es fehlt an der geistigen Haltung, am absoluten Siegeswillen und daran, dass sich in diesem Team seit Jahren zu wenige Spieler weiterentwickeln. Vielleicht ist es das, was Willi Lemke sieht, wenn er offenbar zögert, Klaus Allofs´ Vertrag einfach so zu verbesserten Konditionen zu verlängern. Es ist ja nicht nur die sportliche Reputation, die bedroht ist, sondern es ist auch ein wichtiges Finanzierungsmodell unseres Vereins gefährdet, nämlich regelmäßig Transfererlöse zu erzielen. In sofern hat das Spiel in Gladbach tatsächlich nachhaltig die Augen geöffnet, wie Klaus Allofs feststellte.Und so schmeckte das Becks am Abend, das wir nach der Bayern-Niederlage getrunken haben, irgendwie schal. Düster und neblig. Wie die Jahreszeit.
Trotzdem:
Wir sind die Guten
Lebenslang grün-weiß
Es wird schon wieder.
Euer Olli


Mainz - Werder (Kommentar vom 31.10.2011)


Hallo Werder-Freunde,
3:1 in Mainz gewonnen. 150.Tor von Pizarro in der Bundesliga und mit 20 Punkten gleichauf mit Meister Dortmund. Wenn sich in den letzten zwei, drei Spieltagen so etwas wie eine erste Minikrise dieser Saison anbahnte, so muss man mit diesem Zwischenstand sehr zufrieden sein. Vor einem Jahr mussten wir an dieser Stelle eine bittere 0:6 Niederlage in Stuttgart verdauen und standen mit 14 Punkten auf Platz 11. Das sollten wir uns noch einmal kurz vor Augen halten. Unsere Champions-League-Leistungen ähnelten dabei dehnen, die Borussia Dortmund im Moment zeigt.
Da also alles klar ist, können wir uns ja mal zwei anderen Themen zuwenden. Da wäre zum einen dieses ewige Schiedsrichtergequatsche. Nehmen wir mal Thomas Tuchel, der im Interview mit dem ZDF, nachdem er sehr sympathisch begonnen hatte, dann doch dazu überging, den von ihm als Foul gewerteten Zweikampf von Sokratis (vor dem 1:1 durch Pizarro) als Teil einer anhaltenden Benachteiligung zu sehen und ihn in den Rang einer das Spiel entscheidenden Szene zu erheben. Lieber Thomas Tuchel: Sie haben da einiges übersehen. Zum Beispiel, dass Ihr Team bei jedem Spielstand erstklassige Torchancen hatte, diese aber ebenso erstklassig vergab. Sie haben übersehen, dass Ihre Abwehr vor dem 1:1 Claudio Pizarro eher eine Art Geleitschutz gab, als eine konsequente Verteidigung. Immerhin nahm es unser Superstürmer mit 4 (!) Abwehrspieler zuzüglich Torwart auf. Sie sind nicht zu beneiden und es ist für den sympathischen Verein Mainz 05 sehr ärgerlich, dass ihm seine drei besten Spieler auf einen Schlag weggekauft wurden und dass ihm offensichtlich im Moment das Quentchen Glück fehlt. Wenn das Spiel allerdings eines gezeigt hat, dann das das Potential, sich in dieser Liga durchzusetzen definitiv gegeben ist.

Kommen wir damit zum Aufreger der Woche: dem Auftreten der Fans von Dynamo Dresden beim Pokalspiel in Dortmund. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie sich die Antworten der angeblich kompetenten Leute ähneln. Da wird als erstes nach schärferen Gesetzen, umfangreicheren Kontrollen und Stadionverboten geschrien. Ein Klassiker, wenn es darum geht, Probleme, die in der Gesellschaft existieren, zu bekämpfen. Wenn uns die Trinker und Penner in der Fußgängerzone auf die Nerven gehen, dann bauen wir eben die Sitzbänke ab. Auf dem Bahnhofsvorplatz marschiert mehr Ordnungsdienst herum und verscheucht die Menschen. Aus den Augen aus dem Sinn. Und bei der nun vorliegenden Problematik, nämlich der Gewaltbereitschaft eines gehörigen Teils der Fans, hören wir jetzt das Gleiche. Verbote und Strafen sollen es richten. Dabei weiß jeder, dass Verbote erst recht reizen. Die Fragestellung ist vielmehr: warum sind die Personen gewaltbereit? Und da liegen die Ursachen. Das Interesse von Fans, Zuschauern, Sponsoren, nämlich einen gefahrlosen und friedlichen Stadionbesuch zu erleben, ist richtig und muss durchgesetzt werden. Allerdings werden wir langfristige Lösungen nur hinbekommen, wenn sich Sozialarbeiter und Fanbeauftragte mit den Gruppierungen beschäftigen dürfen und ausreichend Mittel dafür erhalten. Darüber hinaus braucht es Prävention an allen anderen Stellen, an denen man diese Menschen erreicht: Schule, Ausbildung, usw. Gewaltbereitschaft muss im Kern erkannt und ebenda erstickt werden. Wenn diese erst ins Stadion getragen wird, ist sie im Vorfeld schon jahrelang gewachsen.
So, mal ein etwas anderer Kommentar.
Euch allen eine schöne Woche.
Lebenslang grün-weiß.
Wir sind die Guten.

Euer Olli




Augsburg - Werder (Kommentar vom 24.10.2011)


Hallo Werder-Freunde,
am Ende dieses Spieltages sieht es dann ja doch wieder ganz gut aus. Wir sind Sechster mit Tuchfühlung zu den Champions-League-Plätzen und sogar nur 5 Punkte hinter dem Tabellenführer. (Der FC „Duweisßtschonwer“). Dann hat man etwas Adrenalin verliehen am Wochenende. Zum Beispiel für Wolfsburg, die dafür sorgten, dass der HSV nicht gleich gewinnt, nur weil sie mal wieder einen neuen Trainer haben und für Hannover, denen ich es heute Abend natürlich von Herzen gönne, dass sie im Moment die Nr.1 im Norden sind. Durch den Sieg der 96er heute, relativiert sich dann ja auch ein bisschen unsere Niederlage von neulich. Das alles aber hatte am Freitag damit begonnen, dass sich der geneigte Werderfan, wie auch die Mannschaft, damit begnügen musste, beim kämpferischen, aber spielerisch doch reichlich limitierten FC Augsburg nur ein Unendschieden zu holen. Und warum: weil es seit Jahren zu unseren Standartschwächen gehört, dass einer hinten patzt pro Spiel. Und zwar mindestens, und wenn, dann richtig. War es in Hannover der Bargfrede zum Beispiel (und der gleich mehrfach), gegen Dortmund Sokratis so war es dieses Mal der Wolf. In diesen Momenten zeigt sich, dass sich Werder im Defensivverhalten seit Jahren, trotz wechselndem Personal, nicht weiterentwickelt. Und in der Offensive fehlt dann eben die Abgeklärtheit früherer Tage, als Diegos, Micouds, Kloses, Klasnic, Özil und co. schon mal für drei, vier Tore gut waren. Im Moment trifft eben einsam und allein: Claudio Pizarro. Rosenberg nutzt seine Chance nicht wirklich, die ihm der Platzverweis von Arnautovic eingebracht hat und auch Wagner, zwischenzeitlich sogar in die 2.Mannschaft verbannt, kann bei seinen Einwechslungen nichts Besonderes mehr richten. Und genau trotz aller dieser Gründe können wir mit dem Zwischenstand absolut zufrieden sein. Das nächste Spiel ist das Schwerste: in Mainz. Mainz gehört auch zu den Mannschaften, die im Moment Chancen am Fließband vergeben. Ich bin mal gespannt. Nicht, das ausgerechnet gegen uns der Knoten platzt. Da wäre mir lieber, dass ausgerechnet unser Knoten in Mainz platzt. Und nun ab zum Kühlschrank. Denn wie hat Willi Lemke immer gesagt: es gibt zwei Gründe für uns, ein Becks zu trinken: wenn Werder gewinnt oder Bayern verliert.
Na denn: Prost.
Euch allen eine gute Woche.
Der DFB-Pokal wird sowieso überbewertet.
Lebenslang grün-weiß

Euer Olli


Hannover - Werder (04.10.2011)


Hallo liebe Werder-Freunde,
eigentlich hat alles damit begonnen, dass vor ein paar Wochen die Bayern auf Schalke gewonnen haben. Nach dem Spiel wurde nämlich der Sportdirektor des FC Schalke, Horst Heldt, sinngemäß mit den Worten vernommen, dass man doch einen Antrag bei der Deutschen Fußball Liga stellen solle, damit die Bayern in Zukunft nur noch mit 10 Spielern auflaufen. Wegen der Chancengleichheit. Die Schalker waren zuvor gegen 11 Bayern äußerst chancenlos geblieben. Diese Aussage wiederum zog auch im Umfeld des Tabellenzweiten Werder Bremen einige Interviews nach sich. So äußerte sich Klaus Allofs beispielsweise, so schlimm könne das ja nicht sein. Die Bayern machen bestimmt auch noch Fehler und dann müsse man eben da sein. Pizarro meinte, Werder wolle Meister werden und Arnautovic raunte ins Mikrofon, man sei jetzt Bayernjäger Nummer 1. Es kann nun sein, dass Werder aus der gemütlichen Außenseiterrolle heraus, die ja nach dem Fastabstieg in der letzten Saison auch berechtigt ist, nun plötzlich ins Rampenlicht geschuppst worden ist. Und weiterhin scheint es so zu sein, dass Werder 2011 damit nicht so gut zu recht kommt. Das deutete sich schon gegen Berlin an, als 11 Bremer allergrößte Mühe hatten gegen 9 Berliner den Siegtreffer zu erzielen und die Favoritenrolle sich plötzlich wie flüssiger Teer um die Stutzen der Bremer Spieler schlang. Und das fand nun in Hannover seine Fortsetzung, als 11 (später 10) ausgeruhte Bremer nicht in der Lage waren, 11 Europaleague-am-anderen-Ende-des-Kontinents spielende Hannoveraner zu besiegen, die offenbar keineswegs müde waren.
Auf der anderen Seite konnte ich einem Hannover 96-Fan im Autohof Vechta im Oldenburger Münsterland, der mich am Sonntag mit seiner Häme ob des 96-Sieges übergießen wollte, locker entgegen rufen: Wahre Größe ist, wenn man sich eine Niederlage bei 96 leisten kann und trotzdem Zweiter bleibt. Obwohl ich zu geben muss, dass die Bemerkung zwar schlagfertig klang, aber schmeckte wie Zahnbelag. Diese Niederlage war nämlich einfach doof und sonst nichts.
Was die Beflockung meines Trikots angeht: Bargfrede wird es erstmal nicht.
Bevor wir es vergessen: Unser aller Mitgefühl gilt natürlich auch dieses Wochenende wieder allen Anhängern des Hamburger Sportvereins. (Immerhin)
Wir sind die Guten.
Lebenslang grün-weiß
Wir kommen wieder in die Champions-League!
Und wenn Bayern einen Fehler macht. dann machen wir auch einen.
Schöne Länderspielpause

Euer Olli


Werder - Hertha (Kommentar vom 26.09.2011)


Liebe Werder-Freundin,
eine Freundin schrieb unmittelbar nach dem Ende dieses dramatischen Spieles gegen Hertha BSC auf Facebook den Satz: „Es kann definitiv nicht gesund sein, Werder-Fan zu sein. Unsere Vorräte an Herztabletten sind jetzt leer. Aber was tut man nicht alles für den weltbesten Verein!“ Damit könnte man den gestrigen Abend durchaus zusammenfassen. In dem Moment, als sich Hertha mit der zweiten gelb-roten Karte noch weiter dezimierte als ohnehin schon, ergab sich eine interessante Feldstudie zum Thema „Geist und Körper“. Der Mensch besteht ja nun mal aus beidem. Es war nämlich fortan zu beobachten, dass sich die Berliner geschickt aufstellten und sogar mit 9 Spielern noch eine erstklassige Torchance herausspielten, während die Bremer sich teilweise, sagen wir mal, etwas unbeholfen anstellten. Auf der Tribüne kamen schon die düsteren Vorahnungen hoch, was wohl am Montagmorgen im Büro los sein würde, sollte Werder das 11:9-Spiel nicht gewinnen oder im schlimmsten Fall sogar verlieren. Werder machte es spannend, weil plötzlich die offensichtliche Möglichkeit des Versagens, gepaart mit einer handfesten Blamage, im Raum stand. Ein 1:1 gegen einen starken Aufsteiger aus Berlin hätte man ja noch wegstecken können. Aber ein 1:1 gegen einen zweifach dezimierten Aufsteiger kann man nicht wegdiskutieren. Und fortan entwickelten sich die schwierigsten 20 Minuten dieser noch so jungen Saison. Oder besser gesagt: 24 Minuten, denn die Nachspielzeit brachte die Erlösung. Was sich da an kollektiver Erleichterung auf dem Rasen, der Tribüne (inklusive des bereits dorthin verbannten Thomas Schaaf) und in den Herzen aller Werderanhänger abspielte, war einer dieser außergewöhnlichen Momente, weswegen man dann doch jedes Wochenende wieder vor dem Fernseher sitzt oder ins Stadion bummelt.
Für mich bleibt allerdings noch die Frage: welche Rückennummer lasse ich mir eigentlich auf mein noch jungfräuliches Trikot dieser Saison flocken. Komme ich an Pizarro noch vorbei? Dieser Bursche macht definitiv alleine 5-8 Tabellenplätze aus. Das einzige, was mich bisher davon abhält ist, dass so unendlich viele bereits Pizarro auf dem Trikot stehen haben. Ich warte noch mal ab, was in Hannover läuft… Werder tut auf alle Fälle gut daran, sich alle anderen Stürmer nicht nur warmzuhalten sondern diese auch aufzubauen. Im Moment mag man gar nicht daran denken, dass Pizarro schon 32 ist und das Ende seiner Karriere naturgemäß nahe ist.
Euch allen eine schöne Woche
Wir sind die Guten.
Wir kommen in die Champions-League.
Lebenslang grün-weiß

Euer Olli


Nürnberg - Werder (Kommentar vom 19.09.2011)


Hallo liebe Werder-Freunde,
als Abonnent der Süddeutschen Zeitung habe ich heute Morgen einen großen Vorteil: Werder ist noch Tabellenführer. Das Spiel der Bayern auf Schalke ist in der überregionalen Ausgabe der Zeitung noch nicht berücksichtigt. Und was soll ich sagen: es sieht gut aus. Und fühlt sich genau so gut an, wie am Samstag, als wir die Blitztabelle schon zur Halbezeit ausdruckten und ins Wohnzimmer hängten. Die Bundesliga ist eine Wundertüte und der Start wartet mit einer Reihe Überraschungen auf. Uns hätten wohl die Allerwenigsten auf Platz 2 gesehen. Dortmund tut sich mit der neuen Favoritenrolle und den ersten Ausfällen in der Mannschaft schwer. Der HSV geht (mal wieder) durch ein Tal der Tränen und Mönchengladbach schnuppert nach einer Katastrophensaison plötzlich Höhenluft. Das einzige, was nicht überrascht, ist die Rolle von Bayern München. Es ist schon ein weinig beängstigend, wenn man zusehen muss, wie dieses Team schon jetzt die Liga dominiert. Erst ein Gegentor nach 6 Spielen und eine beeindruckende Art und Wiese wie die Siege herausgespielt wurden. Es drohen der Bundesliga spanische Verhältnisse. Eine Liga, die an Langeweile nicht mehr zu überbieten ist, weil die Meisterschaft ohnehin nur zwischen Real und VArca ausgemacht wird. Da wirkt es wie eine besondere Drohung, wenn Uli Hoeneß die Tage herunterzählt, bis die Allianzarena abgezahlt ist. Mit der dann frei werdenden Liquidität wird dann erst richtig in die Mannschaft investiert. Sie können es sich leisten öffentlich darüber zu diskutieren, ob die Mannschaft mit oder ohne Robben stärker ist, einem Spieler, der bei allen anderen Vereinen mit der Sänfte ins Stadion getragen würde.

Insofern war die 24-Stunden-Tabellenführung eine schöne Momentaufnahme und zu diesem Zeitpunkt ein schönes Zwischenzeugnis für unser Team. Das Spiel am Samstag hatte bei all den widrigen Rahmenbedingungen eines gezeigt: Werder kann sich auch richtig hinten rein stellen und mit Mann und Maus verteidigen. Wenn ich das richtig gesehen habe, dann hatten wir in der ganzen zweiten Halbzeit nicht eine Torchance. Aber, das war auf dem schweren Boden sicher eine kluge Idee. Werder kann also auch anders und das macht Mut. Ich bin mehr und mehr davon überzeugt, dass wir dauerhaft vorne mitspielen und einen Champions-League-Platz erreichen können. Dann bleibt auch Pizarro, der sich mal wieder in einer Topform befindet und, wenn er gesund ist, alleine 5-6 Tabellenplätze ausmacht. Dann allerdings müssen wir uns bald einen neuen Topstürmer suchen. Mit ein paar CL-Millionen lässt sich da ja vielleicht was machen. Möglicherweise ist Robben dann ja auf Arbeitsplatzsuche.
Euch allen eine schöne Woche
Wir sind wieder da!
Wir sind die Guten!
Lebenslang grün-weiß!
Unser besonderes Mitgefühl gilt auch an diesem Wochenende wieder allen Anhängern des Hamburger Sportvereins.
Euer Olli



Hoffenheim - Werder (Kommentar vom 29.08.2011)


Hallo Werder-Freunde,
manchmal glaube ich, dass man allzu schnell Opfer einer wochenlangen Medienkampagne wird. Was habe ich mir auch in den Wochen der Sommerpause meine Gedanken gemacht, was den Kader unserer Mannschaft angeht. Da wurden unsere beiden Offiziere, Klaus Allofs und Thomas Schaaf, nahezu täglich in Frage gestellt. Insbesondere der Spürnase Klaus Allofs wurde ein chronischer Schnupfen attestiert. Dann ein an die Öffentlichkeit geratener Zwist zwischen Allofs und Lemke, der dann auch wieder keiner war. Warum macht man sich als Fan dann Sorgen? Nun, das hängt damit zusammen, das der gemeine Soldat eben nicht weiß, was die Offiziere vorhaben und andererseits die schreibende Presse irgendwas zum Besten geben muss, damit die Seiten voll werden und das, obwohl es gar keine Spiele gibt. Schon jetzt nach vier Spieltagen frage ich mich, der nun wirklich ausgesprochen leicht zu euphorisierend ist: Gab es die letzte Saison überhaupt? Die letzte Saison ist bei mir nur noch so schemenhaft in Erinnerung, wie das drum herum einer Gallen-OP von vor 5 Jahren. Ja, hat stattgefunden, war doof, aber ich bin gesund und munter draus hervorgegangen. Vergessen die Schmerzen, vergessen die Sorgen und Ängste, vergessen das Schnarchen der Zimmernachbarn und dieser latente Geruch von Desinfektionsmittel. So geht es mir auch mit der letzten Saison. Tat auch weh, brachte auch Ängste und Sorgen (und manche Schmähungen) mit sich, aber wie man sieht: Werder ist gesund und munter draus hervorgegangen. Das ist kein Spitzenfußball, der da geboten wird. Beileibe nicht. Gestern hatten wir erst einmal viel Glück, als die Hoffenheimer in der Anfangsphase nicht in der Lage waren ihre Überlegenheit und Frische gegen unsere lahme und unsortiert wirkende Abwehr in eine Führung mit mehreren Toren umzumünzen. Aber die Mannschaft gibt ja nicht auf. Nutzt den ersten dicken Patzer des Sinsheimer Traditionsvereins zum postwendenden Ausgleich und bekommt das Spiel dann wieder und immer mehr in den Griff. Und dann, als dieses 1:1 so wertlos vor sich hindümpelt, nimmt Thomas Schaaf endlich die Bandenwerbung war. Eine Investmentfirma ließ nämlich die ganze Zeit eine schöne Bande einblenden auf der stand: „Bringen Sie Ihre Schäfchen ins Trockene.“ Also hat der Hirte Thomas Schaaf die Tür zum Schaafstall ganz weit aufgemacht, in dem er mit Rosenberg nämlich den Spieler einwechselte, der mit etwas Glück, aber technisch einwandfrei das 2:1 markierte. Und damit waren die Schäfchen im Trockenen. Und wir haben nach vier Spieltagen 9 Punkte. Rosenberg, dessen ansteckendes Lächeln so manchen weiblichen Fan verzückt, der vor Jahresfrist nachgerade fortgeschickt wurde und dem Vernehmen nach nur deswegen unser Trikot trägt, weil er halt noch Vertrag hat und ihn sonst keiner wollte. Man kann es aber auch anders herum sehen: Allofs hat einem kriselnden Spieler eine Luftveränderung verordnet und dieser hat sie genutzt und ist gestärkt und voller Tatendrang wieder da. Alles richtig gemacht, Herr Offizier.
Am Mittwoch endet endlich die Transferperiode. Dann ist Schluss mit dem ewigen Spekulieren. Dann ist vielleicht auch Mertesacker befreiter und kommt nicht wieder zu spät, wenn in unserem Strafraum einer so frei steht, wie vor dem 1:0.
Interessant ist in Sinsheim sicher auch die Personalie des Hausmeisters. Ja genau der, der die Dortmunder zum Verstummen bringen wollte, weil die immer gegen den Dietmar Hopp sind und das lautstark zum Ausdruck bringen. Die Frage ist nämlich, ob der auch für den Rasen zuständig ist. Der war nämlich in einem so schlechtem Zustand, das Holger Stanislawski alleine die herausgerissenen Grassoden für vier bis fünf Fehlpässe seiner Mannschaft verantwortlich machte. Die Grassoden waren so groß wie Australien, sagte er. Und wenn man ganz genau hingesehen hat, dann war auf diesen Grassoden Platz für einen Schaafstall.
Was machen eigentlich die Talente? Trinks, die beiden Stevanovic-Brüder, Kroos, Trybull, verstärkt durch Wagner und Vander unter anderem spielten gestern für die U23. Und haben verloren. In Heidenheim. Wie die Großen. Naja. Unser besonderes Mitgefühl gilt auch an diesem Wochenende wieder allen Anhängern des Hamburger Sportvereins.
Wir trösten Euch in zwei Wochen im Weserstadion persönlich. Obwohl: Vorsicht. Als die Hamburger das letzte Mal als Tabellenletzter nach Bremen kamen, gewannen sie mit 2:0. Da gab es aber auch einen Trainerwechsel (von Doll zu Steevens) vorher. Wenn ich die Interviews gestern alle richtig verstanden habe, dann wollen die Hamburger ihren Trainer aber nicht entlassen. Omen – Gegenomen. Wir werden sehen.
Ein besonderer Hinweis in eigener Sache: sky geht mir immer mehr auf die Nerven. Fast 15 der 30 Minuten der Vorberichterstattung widmeten die wieder mal den Bayern. Noch schlimmer wurde es aber am Abend. (Ja, ich habe gestern etwas mehr Fußball geschaut, als sonst.) Gerade war ein tolles Spiel zwischen Vizemeister und Meister zu Ende gegangen und anstatt sich in der Nachberichterstattung an den schönen Spielzügen, Torchancen und Paraden zu erfreuen, sezieren die Moderatoren und „Experten“ minutenlang zwei, drei Schiedsrichterentscheidungen. Es macht keinen Spaß. So nicht.
Euch allen erstmal eine schöne Länderspielpause.
Wir sind die Guten.
Wir spielen Oben mit!
Lebenslang grün-weiß.
Euer Olli




Werder - Freiburg (Kommentar vom 21.08.2011)


Hallo Werder-Freunde,
vor einigen Jahren war einer meiner besten Freunde mit seinen Zwillingen zum ersten Mal im Stadion. Es war ein wunderbarer Sommertag, man saß auf der Nordtribüne, genoss den Sonnenschein und das Spiel. Die Kinder bekamen Bratwurst, Fanta und was man seinen Kindern halt so kauft. Hinterher war besagter Vater allerdings ein wenig geknickt. Es war nämlich das legendäre 5:4 gegen Hoffenheim. „Die sind jetzt ja voll versaut. Das kann ich ja nie mehr toppen!“. Nun ja. Am Samstag war Julius das erste Mal im Stadion. Julius saß mit seinen Eltern und seinem Bruder auf der Westtribüne, genoss das Sommerwetter im Weserstadion. Nagelneues Trikot übergestreift, Fanta, Bratwurst und das gesamte Programm. Und wieder einmal hat jetzt ein Vater ein Problem. Oder vielleicht doch nicht?. Vielleicht war ja das Spiel gegen Freiburg die Rückkehr zu alten Tugenden, Zu den Zeiten, als in der Süddeutschen Zeitung empfohlen wurde, beim Umbau des Weserstadions Sicherheitsgurte anzubringen und herzkranke Zuschauer vorsichtshalber mit Stadionverbot zu belegen. Aus reinen Sicherheitsüberlegungen. Unsere Abwehr erlaubte sich haarsträubende Fehler. Wie früher, wie eigentlich die gesamten letzten Jahre. Nur der Unterschied zur vergangenen Saison: die Jungs haben vorne haben zwei Tore mehr geschossen, als die Jungs hinten bekamen. Da ist sie wieder: die Werder-Wundertüte oder, in Anlehnung an Forrest Gump: die Werder-Praline: man weiß nie was drin ist. Der Stadionbesuch lohnt sich. Die Wahrscheinlichkeit, dass man bei Werder was erlebt, ist wieder da. Ich bleibe dabei: diese Saison wird besser als es viele glauben. Als weiteres Indiz kommt dazu: Mertesacker bekennt sich zu Werder. Arndt Zeigler hat es letzte Woche im Weser-Kurier völlig richtig gesagt: wir können uns freuen, dass wir einen solchen bodenständig-vorbildlichen Profi in unseren Reihen haben, der sich so mit dem Verein identifiziert. Das ist ein Signal. Auch für alle anderen. Hier ist offenbar wieder ein Team auf dem Platz und das ist manchmal wichtiger, als die eine oder andere individuelle Stärke. Und siehe da: wir haben mal wieder einen Linken, der flanken kann. Schönster Satz des Tages vom Sky-Moderator: „Früher war es so, wenn Thomas Schaaf zum Zahnarzt ging und der fragte: wo tut es denn weh, hat er schon automatisch gesagt: hinten links.“ Abdennour, Gustavo Nery, Sylvestre, Tosic, Womé und wie sie alle hießen. Einverstanden: Lukas Schmitz ist noch kein Spieler internationaler Klasse, aber mir geht es so, dass ich ein besseres Gefühl habe als bei all den anderen. Und irgendwann ist Boenisch wieder fit und dann haben wir auch auf der Position einen leistungsfördernden Konkurrenzkampf. Alles wird gut. Es macht wieder Spaß Werderfan zu sein.
Euch allen eine schöne Woche.
Unser besonderes Mitgefühl gilt an diesem Wochenende allen Anhängern des Hamburger Sportvereins. Bitte entlasst Herrn Oenning erst nach dem 10.9. J
Wir spielen eine tolle Saison.
Wir sind die Guten!
Lebenslang grün-weiß

Euer Olli




Bayer - Werder (Kommentar vom 17.08.2011)


Liebe Werder-Freunde,
liebe Eltern,
was sind das für Zeiten? Sucht man nicht händeringend nach Vorbildern für die Kinder? Zu wem kann man aufschauen? Wer zeigt einem den Weg? Und jetzt mal nicht Jesus Christus, der geht immer. Ich meine so jemanden, der heute ganz normal unter uns weilt. Ein Blick in die erstbeste Tageszeitung verheißt nichts Gutes. Finanzjongleure bringen lieber die gesamte Weltwirtschaft ins Wanken als auf eine Profitchance zu verzichten. Aufstrebende Politiker, die noch eben von Anstand und Moral gesprochen haben, werden im nächsten Moment erwischt, wie sie sich Doktortitel erschlichen haben oder was mit 16-jährigen Mädchen hatten. Pfarrer, Trainer und sonstige Gruppenleiter, müssen reihenweise zugeben, Schutzbefohlenen zu nahe gekommen zu sein. O tempora O mores. Gibt es denn wenigstens in der Bundesliga jemanden, den man mal vorzeigen kann? Beim FC Bayern sicher nicht, denn kein einziger ist auf den Linienrichter zugegangen und hat gesagt: „Servus Linienrichter, der Helmes, der war nicht Abseits“, sondern haben stillschweigend die Fehlentscheidung hin- und dann auch noch eine riesige Abbuchung vom „FCB-Dusel-Festgeldkonto“ vorgenommen und in der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielt. Und doch gibt es etwas, was man richtig vorzeigen kann. Es gibt sie. Die stillen Helden unserer Zeit, die einfach ohne großes Aufhebens, ohne lange Interviews, Facebookseiten und eigene Fernsehshow, der Gerechtigkeit und dem Anstand zum Durchbruch verhelfen. Unser Lennart Thy zum Beispiel. Man schießt eben kein Tor um verunsicherte Leverkusener in den Abgrund zu stoßen und am Rhein eine anhaltende Trainerdiskussion zu entfachen, wenn…. ja wenn die Flanke von einem Kollegen kommt, der im Abseits steht und der Assistent das übersehen hat, der ja auch nur ein Mensch ist. Auch wenn man nur zwei Meter vor dem leeren Tor steht.Da schießt man besser drüber. Lieber mit Anstand verlieren, als mit einem falschen Tor gewinnen. Hier hat man auch mal zurückzustecken um mit erhobenem Kopf ausgewechselt zu werden.
Lieber Lennart, mach das bitte nie wieder,  ja?

Liebe Grüße an Euch alle
Ich glaube an die Jugend
Herzlich willkommen zurück: unsere Nummer 4 Nanana… Naldo.
Wir sind (trotzdem) die Guten
Lebenslang grün-weiß.
Euer Olli



Werder - Lautern (Kommentar vom 07.08.2011)


Liebe Werder-Freunde,
um alles, was in diesen Tagen und in den nächsten Wochen und Monaten geschieht mal gleich richtig einzuordnen, sollten wir festhalten, dass in einer Saison vor einem großen Turnier Bayern München Meister wird. In einer Saison nach einem großen Turnier war es zuletzt immer ein anderer. Dortmund, Wolfsburg und Stuttgart. Das heißt, dass diese Saison also lediglich die Kulisse für eine Meisterschaft der Münchener darstellt. Es empfiehlt sich daher, eine Entwicklung unserer Mannschaft über zwei Saisons zuzulassen. Andererseits gibt es für Werder sicher auch noch ein oder zwei andere lohnende Ziele neben einem Meistertitel.

Dieses Team sollte nächstes Jahr wieder um den Titel oder mindestens um die Champions-League-Plätze mitspielen. Diese Saison ist also dazu angetan, das sich jeder für sich weiterentwickelt und die Mannschaft insgesamt. Und aus diesem Blickwinkel betrachtet, war der Auftakt gestern gegen Kaiserslautern mehr als vielversprechend.

Wir haben „zu Null“ gespielt. Endlich mal wieder. Es war noch nicht alles sattelfest, aber es machte einen besseren Eindruck als so manches Mal in der letzten Saison. Lukas Schmitz heimste seinen ersten „Scorerpunkt“ ein, Papastathopoulos war rechts hinten immerhin so gut, dass Fritz ins defensive Mittelfeld konnte um dort ordentlich zu agieren. Wolf und Mertesacker könnten sich langfristig gut verstehen. Im Mittelfeld hat Ekici in der zweiten Halbzeit tolle Ansätze gezeigt, Wesley flankte mustergültig vor dem 2:0 und war auf dem ganzen Platz zu finden. Thy war fleißig, bemüht und frech und zeigte, warum er als eines der größten Nachwuchstalente gehandelt wird. Und das schönste ist: es herrscht wieder Konkurrenzkampf im Kader. Fritz hat jetzt Papastathopoulos als Konkurrenten. Lukas Schmitz wird sich links hinten bald mit Sylvestre und Boenisch messen müssen. In der Innenverteidigung haben wir jetzt noch Prödl und, wie es aussieht, bald auch wieder Naldo. Im Mittelfeld ging gestern Marin und ein quirliger Wesley, der offenbar endlich beschwerdefrei Fußball spielen kann, deutete an, dass es für unsere Nummer 10 durchaus eng werden könnte. Im Sturm werden Wagner und Arnautovic schon jetzt mit den Füßen scharren. Und dann wäre da ja auch noch Pizarro. Es gibt also keine Plätze mehr geschenkt im Team. Jeder muss sich reinhängen, weil es ansonsten auch denkbare Alternativen gibt. Und dann wären da ja noch die ganzen Jungen: Trybull, Schopenhauer, Balogun, Trinks, und wie sie alle heißen. So haben doch Götze, Hummels und Konsorten auch angefangen.

Ich bleibe dabei: das wird eine gute Saison. Wir werden nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Bleiben wir vom Verletzungspech verschont, können wir um die internationalen Plätze mitspielen. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil ist, dass uns niemand mehr auf der Rechnung hat. Nach den teilweise in der Öffentlichkeit ausgetragenen Unstimmigkeiten in Sachen Transfers, nach der völlig verkorksten letzten Saison hat uns niemand auf der Rechnung. Ganz im Gegenteil: ein Wettbüro hat Thomas Schaaf sogar eine Quote von „nur“ 1:8 gegeben, wenn man auf seine Entlassung im Laufe der Spielzeit tippt. Diese Position, die des unterschätzten Außenseiters, war ja schon immer Werders Lieblingsrolle.

Eins noch in eigener Sache: wenn man Bremer ist, und ich bin ja in Bremen geboren, dann hatte man in den letzten Wochen ab und an aus einem ganz besonderen Grund ein bisschen Mitleid. Mit Beluga Shipping ging eine Firma in Insolvenz, die lange Zeit den Ruf genoss ein großer hanseatischer Arbeitgeber zu sein, der ganz vorne mitmischt und darüber hinaus auch noch sozial vielfältig engagiert ist. Inzwischen ist sogar die Nachfolgefirma nach Hamburg verlegt worden. Nun ja. Ein Gutes hat das Ganze aber: es gibt keinen Eckenjingle mehr im Weserstadion. Will sagen: das Eckenverhältnis wird einfach nur eingeblendet und nicht mehr von einem mit wahnsinnig lautem Ton unterlegtem Kurzwerbefilm unterlegt. Ein kleines bisschen Ruhe im doch so hektischen Alltag eines Bundesligaspieltages.

Da wäre dann zum Schluß nur noch die Anekdote mit meinem Freund von der Südtribüne/Seite, dem ich nach dem Spiel in die Arme lief und der meine durchaus positive Analyse des Spiels so nicht teilen wollte („Hast Du ein anderes Spiel gesehen?“). Offenbar gibt es auch in unserem Stadion mindestens zwei Sichtweisen. Und ich gebe zu, dass mein Block 1 der nun offiziell zur Ostkurve und damit zum Epizentrum der Werderbegeisterung gehört, nicht spurlos an mir vorüber geht. Es gibt offenbar einen deutlichen Unterschied zur Wahrnehmung auf der „Mumientribüne“ Süd. J.
Euch allen eine schöne Woche
Danke Rosi. Schön, das Du wieder da bist.
Beim Länderspiel in der Woche kann sich keiner verletzten. Ist außer Wiese, der sowieso nicht spielt, keiner dabei J
Wir haben nur noch 33 Pflichtspiele. Lasst sie uns genießen.
Wir bereiten uns vor, Deutscher Meister zu werden.
Lebenslang grün-weiß.
Wir sind die Guten.
Euer Olli



Bemerkungen zum Saisonabschluß vom17.05.2011


11 Bemerkungen zur abgelaufenen Saison

1. Personalpolitik

Klar, hinterher ist man immer schlauer. Niemeyer und Rosenberg auszuleihen, Almeida abzugeben und dann solche Kracher wie Samuel zu verpflichten, dass hat einen großes Stück zu all dem beigetragen was Verein und Fans ertragen mussten in dieser Saison. Die Enttäuschung der Saison ist bestimmt mein Freund Arnautovic. Einer wie Basler: bis zum Kopf Weltklasse darüber Kreisklasse. Basler hat es seinerzeit geschafft, sich wenigstens so weit zu disziplinieren, dass es zu so vielen außergewöhnlichen Momenten gereicht hat, um positiv in Erinnerung zu bleiben. Diesen Schritt muss Arnautovic noch machen. Das Können ist definitiv vorhanden. Eine weitere dicke Fehleinschätzung der sportlichen Leitung bestand darin, dass Özils Weggang durch eine Leistungssteigerung des verbliebenen Personals aufgefangen werden könnte. Das hat gar nicht funktioniert. Die Kreativzentrale, die einst von Spielern wie Herzog, Micoud, Diego oder Özil besetzt wurde, blieb verwaist. Möglicherweise kann Ekici, so es denn klappt, da etwas bewegen.

2.Stadion

Bisher hat das neue Stadion noch keinen Segen über das Spielfeld ausgebreitet. Eine der schlechteren Heimbilanzen liegt hinter uns. Es wirkt nach wie vor zusammengeflickt, wie die Mannschaft. Und: offenbar ist das Stadion um einiges teurer geworden und dass drückt auf den Etat. Da können sich die Verantwortlichen winden wie sie wollen. Der 1.F Kaiserslautern ist vor lauter Stadionumbau sogar mal abgestiegen, weil er kein Geld mehr hatte um die Mannschaft zu verstärken. Um ein Haar wäre es Werder genauso gegangen. Ein Dämpfer für alle, die glauben, Menschen würden aus der Geschichte lernen. Und das alles für ein paar Logen und ein paar Toiletten mehr. Das Stadion und ich – ob das noch eine Liebesgeschichte wird?

3. Petri Pasanen

Wir hatten ja schon immer mal solche Spieler. Andre Wiedener war so einer. Mirko Votava und Frank Baumann auch. Sie standen eher weniger im Mittelpunkt, konnten ungestört nach dem Spiel an den Reportern vorbeigehen, weil sie sowieso keiner sprechen wollte und sie bekamen im Kicker immer eine 3. Aber: sie haben sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und wertvollste Arbeit geleistet. Petri Pasanen war so einer. Ein Soldat. Mit Pflichtgefühl, der ohne Murren da gespielt hat, wo der Chef ihn hingestellt hat. Und wenn Thomas Schaaf ihm sagte, er solle nicht über die Mittellinie laufen, dann ist er auch genau dort stehen geblieben. Legendär. Seine Flanken werde ich allerdings vermissen. Die Balljungen hinter dem Tor sicher auch.

4.Thorsten Frings

Nach allem, was zu lesen ist, möglicherweise ein Opfer des überteuerten Stadions. Ich hoffe, dass Werder noch einen würdigen Abschied findet. Die Dortmunder haben gerade beim Abschied von Dede und Sahin gezeigt, wie man das macht. Das war ganz großer Sport. Die Meinungen über Frings gehen auseinander. Ich finde, dass er in der Rückrunde zur Stabilisierung beigetragen hat. Als es nicht so lief, ist er aber auch gerne mal mit abgetaucht. Das Wesen des Profifussballs ist eben auch mal der Abschied. Also: tschüß Lutscher. Und Danke. Wir hoffen, dass es Klaus Allofs und Thomas Schaaf gelingt, Dich auf dem Platz vergessen zu machen. Wir bekommen Dich besuchen: im „Zweiundzwanzig“ in Lilienthal. Deiner Kneipe.

5.Thomas Schaaf

ist immer noch da. Ich behaupte: bei jedem anderen Klub wäre er entlassen worden. Werder aber hat in diesem Punkt die Saison richtig analysiert: viele Verletzte und eine, sagen wir mal, unglückliche Personalpolitik. In wieweit Schaaf dafür auch in Regress zu nehmen ist, wird nicht immer so deutlich. Angeblich sprechen sich die beiden Protagonisten ja eng ab. Dann sollten beide, Thomas Schaaf und Klaus Allofs, den Verbleib bei Werder Bremen auch als Vertrauensvorschuss werten.

6.Nachwuchsteam

Die zweite Mannschaft ist abgestiegen. Sie ist nicht mehr drittklassig. Der einzige Trost: die zweite Mannschaft von Bayern München ist auch abgestiegen. Immerhin. Das Dumme ist nur: die haben ihr legendäres Festgeldkonto und wir nicht. Es wird also schwieriger, sich von der zweiten Mannschaft für die erste zu empfehlen. Dabei laufen ja noch ein paar rum, die den Sprung vielleicht schaffen könnten: Kroos, Trinks, Thy und so weiter. Bleibt zu hoffen, das der Mannschaft das gelingt, was der Ersten erspart geblieben ist: der direkte Wiederaufstieg.

7.Medizinische Abteilung

Seit der Affäre Klasnic steht unsere medizinische Abteilung unter besonderer Beobachtung. Die Häufigkeit an Verletzungen stimmt nachdenklich. Eine Saison, in der Pizarro, Borowski und Wesley hätten durchspielen können (von Naldo und Bönisch ganz zu schweigen) wäre sicher anders verlaufen. Als wieder ein paar Leute mehr zur Verfügung standen lief es ja gleich ein bisschen besser. Ist die Betreuung tatsächlich gut? Stimmen sich Trainer und medizinische Berater eng genug ab? Fragen über Fragen…

8.Außenseiterrolle

Das Schönste an dieser Saison ist: in der nächsten haben wir sicher keine Favoritenrolle. Die Sonderhefte sind zwar noch nicht gedruckt, aber ich wage mal die Prognose, dass keiner der Experten uns unter die ersten 4 tippt. Und das ist ja eine hervorragende Situation. Je länger wir beim Doppelpass unerwähnt bleiben umso besser. Aus der Situation heraus sind wir schon mal deuts…. Ach nein. Lassen wir das.

9.Trikot

Ich möchte gerne zur neuen Saison wieder ein richtig schönes Trikot haben.

10.Sommerpause

ist, wenn der Sportteil der Tageszeitung auf der ersten Seite über Handball, Basketball und Golf berichtet. Irgendwie fad.

11.Fähre

Nach wie vor bin ich stolz darauf, dass wir unser Stadion auf dem Wasserweg erreichen können. Und da kann eine Saison laufen, wie sie will: das kann uns keiner mehr nehmen.

Euch allen eine schöne Sommerpause.
Lebenslang grün-weiß.
Wir sind die Guten.
Euer Olli



SV Werder -Wolfsburg (01.05.2011)


Hallo Werder-Freunde,
was für ein Spieltag. Das ist also die Zukunft: der HSV gewinnt auch nicht, wenn es um nichts mehr geht. Der neue Trainer Oennig hatte ja das Spiel gegen Freiburg als Beginn der Zukunft ausgerufen, um das Balgen um die Stammplätze für die Saison 2011/2012 zu eröffnen. Und dann erst Leverkusen: ach ja. Die Geschichte von Bayer 04 und Michael Ballack ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Er schlug ein, zwei Pässe, für die man in anderen Stadien einen Topzuschlag hätte erheben können. Aber leider hat er in seiner Elf keine anderen Kerle, die mal was draus machen, wenn es drauf ankommt. Im St.Pauli-Forum freuen sich die Fans auf ein Wiedersehen mit Paderborn und Rostock und auf Spiele am Montagabend und stellen fest, dass das mit der ersten Liga ja nicht gut gehen konnte, weil man grundsätzlich keine Spieler kaufen würde, die flanken können. Tschüß ihr Guten. Vielleicht sehen wir uns ja auch wieder, denn es fehlen einem ja langsam die Worte, was sich am Freitagabend im Weserstadion abgespielt hat. Ich war dieses Mal zu Gast im VIP-Bereich der Nordtribüne. Hinterher habe ich mich gefragt, was mehr zu meiner müden Stimmung beigetragen hat: die gemütlichen, gepolsterten Sitze oder das Spiel unserer Jungs. Der Statistikbogen sagte aus: 9:5 Ecken, 4:2 Torschüsse, 68% Ballbesitz, 56% gewonnene Zweikämpfe, 82% gelungene Pässe und so weiter. Aber: der Bogen sagte auch aus: 0:1 verloren. Was er nicht aussagte war die Leistung eines Arnautovic, der einfach nichts kann in unserem Trikot. Einem Sylvestre, der vom Stadionsprecher vor dem Spiel noch als „immer besser werdend“ begrüßt wurde aber dann Eckbälle ins Toraus schießt. Wir haben eine Mannschaft, die nun schon seit Wochen keine richtige Torgefahr ausstrahlt, aber leider wie früher immer für Fehler in der Defensive gut ist. Wie gut, dass die Saison bald vorbei ist. Obwohl es mit dem großen Umbruch wohl nichts wird, denn wenn wir so weiter spielen, will unsere Leute gar keiner mehr haben. Diego erfüllte die Sehnsüchte der Bremer Fans. Er spielte im falschen grün-weißen Trikot, das am Freitag blau war, unterdurchschnittlich, ging aber nach seiner Auswechslung an der Wolfsburger Trainerbank vorbei und ließ sich stattdessen von der Bremer Fankurve beim Gang in die Kabine feiern. Eine nette Geste und gleichzeitig ein netter Traum. Allofs singt ja schon das Lied: Wir haben kein Geld. Naja: nächstes Wochenende werden wir gegen die freudetrunkenen Dortmunder den Sack hoffentlich zu machen. Obwohl, so ganz sicher bin ich mir bei der Mannschaft auch nicht.
Euch trotzdem eine schöne Woche.
Abstiegskampf macht nur Spaß, wenn er möglichst spät entschieden wird.
Glückwunsch an Borussia Dortmund
Das können wir auch.
Nächtes Jahr vielleicht.
Lebenslang grün-weiß.

Euer Olli